Vorne süss, seitlich salzig und sauer, hinten bitter. So haben wir es in der Schule gelernt. Aber: Das ist falsch. Vor etwa 100 Jahren hatte ein Schulbuchautor eine wissenschaftliche Publikation missverstanden und geschrieben, dass die Zunge den Geschmack über bestimmte Areale wahrnimmt. Seither ist dieser Fehler immer wieder von anderen Schulbuch-Autoren abgeschrieben worden. In Wirklichkeit nehmen wir alle Geschmacksrichtungen überall dort auf der Zunge wahr, wo sich Geschmackspapillen befinden. Ein kleines bisschen Wahrheit steckt trotzdem in den Schulbüchern: Bitter schmecken wir etwas intensiver hinten und süß etwas besser vorne auf der Zunge.
Außerdem fehlt in vielen Lehrbüchern der fünfte Geschmack: umami. Er geht in Richtung Fleischbrühe und signalisiert dem Körper proteinreiches Essen. 1908 hatte ihn ein japanischer Chemiker postuliert, aber erst im Jahr 2002 wurde er endgültig nachgewiesen. Amerikanische Forscher fanden bei Ratten, Mäusen und Menschen einen Rezeptor für Glutamat und andere Substanzen, die in Richtung Umami- Geschmack gehen.




