In einer romantischen Beziehung wollen Menschen meist möglichst viel Zeit miteinander verbringen – dieses Bedürfnis erstreckt sich auch auf die Nacht: Es ist üblich, dass Partner das Bett miteinander teilen, selbst wenn getrennte Schlafmöglichkeiten vorhanden sind. Trotz der Bedeutung dieses menschlichen Verhaltens ist der Zusammenhang zwischen dem Teilen des Betts und Schlafqualität nur wenig untersucht und es liegen bisher teils widersprüchliche Ergebnisse vor. Die meisten Studien haben den Co-Schlaf mit dem Einzelschlaf bei Paaren verglichen, indem Forscher die Körperbewegungen erfassten. So wurde teilweise attestiert, dass Partner gemeinsam „unruhiger“ schlafen, als wenn sie alleine sind.
Doch wie die Forscher um Henning Drews vom Zentrum für Integrative Psychiatrie an der Christian-Albrechts Universität Kiel erklären, geben Bewegungen nur unzureichend Auskunft über die Schlafqualität. Was auf neurologischer Ebene beim Schlafen passiert, spiegelt sich hingegen in der Ausprägung bestimmter Schlafphasen wider. Aus diesem Grund haben sie nun dem Schlafverhalten von Paaren bei gemeinsamem und getrenntem Schlummer eine genauere Analyse gewidmet.
Doppel- und Einzelbett im Schlaflabor
An der Studie haben zwölf junge, gesunde Paare teilgenommen. Jeder Teilnehmer verbrachte vier Nächte im Schlaflabor unter zwei unterschiedlichen Umständen: allein in einem Einzelbett oder in einem Doppelbett der gleichen Bauart an der Seite des jeweiligen Partners. Die Wissenschaftler erfassten dabei die Schlafparameter durch das Verfahren der sogenannte Polysomnographie. “Dabei handelt es sich um eine sehr genaue und umfassenden Methode zur Erfassung des Schlafs auf verschiedenen Ebenen – von den Gehirnströmen über die Atmung, die Muskelspannung, die Bewegungen bis hin zur Herzaktivität”, sagt Drews. Zusätzlich füllten die Teilnehmer Fragebögen aus, mit denen Beziehungsmerkmale erfasst werden sollten – etwa die Dauer der Beziehung sowie der persönlich empfundene Grad der emotionalen Verbindung und Beziehungstiefe zum Partner.
Wie die Forscher berichten, zeigte sich erneut, dass der Schlaf in Gegenwart des Partners von etwas mehr Bewegungen gekennzeichnet ist. Doch offenbar war dies nicht mit einer geringeren Schlafqualität verbunden, im Gegenteil: Wenn die Paare zusammen schliefen, fiel der mit schnellen Augenbewegungen verknüpfte REM-Schlaf um durchschnittlich zehn Prozent länger aus, als wenn die Probanden einzeln die Nacht verbrachten. Abgesehen von diesem Aspekt des Schlafens, waren keine anderen Stadien signifikant verändert, berichten die Wissenschaftler. Die leicht erhöhte Bewegungsaktivität stört demnach nicht die Schlafarchitektur. „Man könnte sagen, dass der Körper zwar etwas unruhiger ist, wenn man gemeinsam schläft, das Gehirn aber nicht”, so Drews.





