George Steinmetz ist seiner Nahrung entgegengereist – raus aus New Jersey, hin zu den Großproduzenten, den Obstbauern und den kleinen und großen Fischereibetrieben aus Brasilien, China und 36 weiteren Ländern. Auf seinen Reisen entstanden eindrucksvolle Fotografien, die er in dem Bildband „Feed the Planet“ veröffentlichte. Mit seiner Kamera war er von den Farmern und Züchtern aber nicht immer erwünscht: In dem US-Bundesstaat Kansas wurde er sogar verhaftet, weil er Luftaufnahmen eines riesigen Mastbetriebs mit 100.000 Rindern machte. Steinmetz ließ sich durch den Zwischenfall jedoch nicht aufhalten. Er führt seine Leser weiter durch die gesamte Breite der Nahrungsmittelproduktion.
Doch „Feed the Planet” ist nicht nur ein informatives Enthüllungsbuch, sondern in erster Linie ein eindrucksvoller Bildband, in dem Steinmetz einen besonderen Blick für Farben und Formen unter Beweis stellt. Vor allem die vielen Luftaufnahmen der Farmen und Viehzuchten sind außergewöhnlich. Die weiträumigen Felder, Weiden und Gewächshäuser lassen auf riesigen Flächen interessante Muster entstehen, die erst von oben erkennbar sind. Interessant sind auch die Fotografien der Menschen, die die Nahrungsproduktionen am Laufen halten. Steinmetz fotografierte beispielsweise chinesische Bauern auf Feldern, neben denen dreißigstöckige Neubauten entstehen, und Mitarbeitende eines Fleischunternehmens in der Mittagspause, die ansonsten im 24/7-Takt täglich 170.000 Hühner verarbeiten.
Gegen Ende des Bildbands stellt sich die Frage, wie die Nahrungsmittelproduktion in Zukunft aussehen kann. Woher sollen der benötigte Platz, die Energien und vor allem die Wasserressourcen kommen? Steinmetz lässt seine Leser mit diesen großen Fragen nicht allein zurück. Er macht sich auf die Suche nach innovativen Lösungsansätzen und präsentiert neue Technologien sowie Forschungen, etwa an den Klimawandel angepasste Getreidesorten und nachhaltige Aquakulturen.





