Die von Ihnen zitierten Ergebnisse des Allensbacher Meinungsforschungsinstituts, dass nur noch 26 Prozent der deutschen Bevölkerung für wissenschaftliche Berufe Wertschätzung empfinden, ist ein Alarmzeichen hinsichtlich eines bedenklichen Wertewandels.
Die von Ihnen genannte „produktive Intelligenz” scheint demnach vom Aussterben bedroht. Auch die Ergebnisse der internationalen Studie ROSE über nachlassendes Interesse der Schülerinnen und Schüler an naturwissenschaftlichem Unterricht können als Zeichen für allgemeines Desinteresse an Bildung gedeutet werden. Nur für Facebook & Co scheinen sich die meisten Schülerinnen und Schüler zu begeistern. Denn Schule bedeutet Lernen, und Lernen ist gleichzusetzen mit Arbeit.
Dasselbe gilt für die Ergebnisse der Forsa-Erhebung 2013, nach der sich die meisten der befragten Schülerinnen und Schüler nicht vorstellen können, später einen Beruf aus dem technisch-natur-wissenschaftlichen Bereich zu ergreifen. Der Grund dafür ist vermutlich die Vorahnung, dass in diesen Berufen dauernd Hochleistung und Kreativität gefordert werden. Es hapert nicht grundsätzlich an der „Verständlichkeit der Wissenschaft”. Ein Laie, der über die von ihm empfundene Unverständlichkeit der Wissenschaft verstimmt ist, ist wohl eher über seine eigene Unfähigkeit verärgert.
Dr. Ingrid Gabriele Erven, Dieburg
Stress in der Kita
Nachrichten Kultur&Gesellschaft, Heft 4/2014
Als Mutter von vier Kindern beschäftige ich mich mit der Betreuungssituation während Kindergarten und Schulzeit. Auch wenn die gesellschaftliche Entwicklung durchweg Ganztags-Betreuungen fordert, sollte der Idealfall nicht ganz aus den Augen verloren werden, nämlich ein Aufenthalt vormittags in Kindergarten oder Schule und nachmittags Ruhephasen, Natur, Sportverein und freies Spielen zu Hause.
Ihre Kurzmeldung, die von Stress bei den Erzieherinnen berichtet, könnte ebenso auch für „Stress bei Kindern” stehen. Denn auch die Kinder leiden unter der Ganztags-Betreuung. Das führt wiederum zu vermehrtem Stress, Lärmpegel und Unzufriedenheit in der Gruppe – bei Erziehern und Kindern. Leider kann diese Spirale auch von der besten Betreuung kaum unterbrochen werden. Immer müssen die Kinder dem Gruppenzwang gehorchen: Mittagessen und Mittagsschlaf, Spielen und Freigang in fest getaktetem Umfang. Frühmorgens aufstehen, spätabends nach Hause. Eine Entwicklung, die sich in der Grundschule fortsetzt mit Kindern, die nicht aufnahmefähig für Inhalte sind. Dazu stark verkürzte Ferienzeiten durch Betreuungsmaßnahmen in den Ferien. Denn die berufstätigen Mütter haben keine zwölf Wochen Urlaub.
Heike Klein, Neustadt
Ihre Meinung ist gefragt
Leserforum in Heft 4/2014: Stromquellen für Elektroautos
Die Feinstaubbelastung nimmt bei ungünstiger Wetterlage leider erheblich zu, sodass es zu Reizungen der Atemwege kommt. Daher ist es meines Erachtens generell geboten, so bald als wirtschaftlich möglich die Anteile der Elektroautos auf Deutschlands Straßen (besonders anstelle der Dieselfahrzeuge) wesentlich zu erhöhen.
Da die meisten Autos draußen und nicht in einer Garage sind, ob parkend oder fahrend, scheint es mir sinnvoll, die gesamte äußere Oberfläche mit Solarzellen zu beschichten, die jederzeit für etwas neuen Strom ohne Tankstelle sorgen.
Dipl.-Ing. Hein-Friedrich Weißmann, Moers
Die Vorzüge, die Norwegen gegenüber anderen Ländern hat, sind unübersehbar. Fast unbegrenzt emissionsfreie billige Stromerzeugung gegenüber abgasproduzierenden Verbrennungsmotoren – das ist ein starkes Argument.
Dort, wo die elektrische Leistung überwiegend durch fossile Brennstoffe erzeugt werden muss, findet bestenfalls eine Verlagerung der Emission aus den Ballungsgebieten zu den hohen Schornsteinen der Kraftwerke statt. Im Prinzip gilt das auch für die Stromerzeugung durch Sonne, Wind und Biomasse: Auch diese Stromquellen sind keineswegs emissionsfrei, wenn man die Gesamtbilanzen betrachtet. Insoweit ist denjenigen zuzustimmen, die in der Elektromobilität in den meisten Ländern – und besonders bei uns – keinen Sinn sehen.
Georg von Petersdorff, per E-Mail




