Seit April 2019 heißt es in Heilbronn wieder: Mach mit und probier’s aus! Die experimenta hat sich nach zweijähriger Ausbauzeit zum größten Science Center Deutschlands gemausert. Die Besucher können nun an über 275 interaktiven Exponaten Wissenschaft und Technik spielerisch erfahren und buchstäblich begreifen. Darüber hinaus sorgen vielfältige Shows im Science Dome für Wow-Effekte und eine Sternwarte eröffnet den Blick ins Universum. Seit der Ersteröffnung 2009 bietet das Science Center am Neckar allerdings noch ein weiteres Highlight, das im Zuge des Ausbaus großzügig erweitert wurde: Gruppen können unter Anleitung experimentieren – dafür stehen jetzt neun modern ausgestattete Labore zur Verfügung.
Hauptsächlich nutzen Schulklassen die Laborwelt – das Kurs-Angebot der experimenta ist dabei ausgesprochen bunt: Es umfasst viele Themen aus dem Bereich der sogenannten MINT-Fächer – Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik. Konkret entstehen bei den Kursen etwa Solarmobile, genetische Fingerabdrücke, Nanopartikel oder Computerprogramme. Im Rahmen der Girls’ Day-Akademie und des Girls’ Day College heißt es dabei nun: Nur die Mädchen sind dran! Im Gegensatz zu gemischten Gruppen können sie bei diesen Formaten ihr Interesse und Talent für die MINT-Fächer besser entfalten, so ein Aspekt des Konzepts. Letztlich soll es aber auch der Tatsache gegensteuern, dass junge Frauen nach wie vor vergleichsweise selten naturwissenschaftlich-technische Berufe ergreifen, die auf dem Arbeitsmarkt momentan stark nachgefragt werden.
Jung, weiblich und technisch interessiert
„Bei der Girls’ Day-Akademie treffen sich interessierte Schülerinnen aus den Klassenstufen 7 bis 9 einmal in der Woche nach dem Unterricht zu verschiedenen Veranstaltungen“, erklärt Wendt. Für die Mädchen ab Klasse 10 hat die experimenta darüber hinaus ein weiterführendes Format entwickelt: das Girls‘ Day College. Dabei suchen sich die Mädchen individuell bestimmte Kurse aus, für deren Teilnahme sie Credit Points erhalten. Wer genügend gesammelt hat, bekommt dann am Ende ein Diplom überreicht.
„Die Konzepte haben sich aus dem Girls’ Day entwickelt, der schon seit vielen Jahren bundesweit im April stattfindet und Mädchen Einblick in technisch-naturwissenschaftliche Berufe und in Unternehmen aus diesem Bereich bietet“, sagt Wendt. In Baden-Württemberg entstand dann die Idee, diese eintägige Veranstaltung um ein wöchentliches Programm zu erweitern: Durch Unterstützung des Arbeitgeberverbandes Südwestmetall entwickelte sich die Girls’ Day Akademie, die nun mittlerweile auch bundesweit angeboten wird. Vielerorts ermöglicht die Zusammenarbeit von Bildungseinrichtungen, Unternehmen und finanziellen Unterstützern Technik-interessierten Schülerinnen die Teilnahme an den Programmen. „Häufig finden die praktischen Veranstaltungen im Rahmen der Girls’ Day Akademien allerdings an Schulen oder Einrichtungen statt, die nur über eine bescheidene Ausstattung verfügen. In den Laboren der experimenta können dagegen auch anspruchsvollere Projekte durchgeführt werden“, sagt Wendt. Zudem widmen sich am Science Center zwei Mitarbeiterinnen nur diesem Angebot, dienen als Role Model und kümmern sich auch um einzelne Mädchen. Trotz dieses Aufwands ist die Teilnahme an dem Angebot der experimenta kostenlos – die finanzielle Förderung der Agentur für Arbeit Heilbronn und der Dieter Schwarz Stiftung macht dies möglich.





