Der aufrechte Gang unterscheidet uns Menschen von unseren nächsten tierischen Verwandten. Menschenaffen können sich zwar ebenfalls aufrichten, jedoch nur kurze Strecken auf zwei Beinen zurücklegen. Wir Menschen dagegen laufen Tag für Tag tausende Schritte – und zwar mit einem charakteristischen Gangbild: Wir setzen zuerst die Ferse auf und rollen den Fuß anschließend ab. Wie sich dieser Fersengang im Laufe der Evolution entwickelt hat und welche Vor- und Nachteile er im Vergleich zu anderen Gangtypen hat, war allerdings bislang noch weitgehend unklar.
Menschen und Schimpansen auf dem Laufsteg
„Wenn Menschen darüber nachdenken, was das menschliche Gehen einzigartig macht, sprechen sie vom aufrechten Gang – unser Rücken ist gerade und unsere Beine sind gestreckt“, sagt Nicholas Holowka von der Pennsylvania State University. „Doch auch das Aufsetzen auf der Ferse ist ein einzigartiger Aspekt des menschlichen Gehens, der vielleicht bisher unterschätzt wurde.“
Gemeinsam mit seinem Team hat Holowka den menschlichen Gang mit dem unserer nächsten lebenden Verwandten verglichen, den Schimpansen. Für ihren Versuch filmten die Forschenden mit Hochgeschwindigkeitskameras, wie menschliche Freiwillige oder Schimpansen über einen Laufsteg gingen. Reflektierende Marker an Füßen und Gelenken ermöglichten eine präzise Nachverfolgung der Fußpositionen. Zudem war der Laufsteg mit Drucksensoren ausgestattet, die registrierten, wie hart die menschlichen und tierischen Teilnehmenden auftraten.

Mensch und Schimpanse im Vergleich: Während wir von der Ferse aus nach vorne abrollen, setzen Schimpansen oft den Ballen zuerst auf. — © Nicholas Holowka/ Pennsylvania State University; Dianne Younkin (artist)





