Stechmücken sind auf unser Blut aus: Die Mückenweibchen benötigen eine Blutmahlzeit, damit ihre Eier heranreifen können. Entsprechend perfekt sind die Moskitos daran angepasst, ihre menschliche Beute zu finden: Mit feinen Sensoren auf ihren Antennen detektieren sie unsere Körperwärme, hunderte Komponenten unseres Körpergeruchs und das CO2 unserer Ausatmung. Je nach Mückenart bevorzugen die Blutsauger dabei unterschiedliche Duftcocktails.
Vom Nektartrinker zum Blutsauger
Doch was viele nicht wissen: Mückenweibchen sind zu Beginn ihres Lebens noch reine Vegetarier. „Nach dem Schlüpfen suchen die jungen Weibchen zunächst nach Nektarquellen, um ihre Energiereserven aufzufüllen“, erklären Sukritha Nalikkaramal von der schwedischen Universität für Agarwissenschaften und ihre Kollegen. „Erst nach ihrer Geschlechtsreife entwickeln Mückenweibchen die Fähigkeit, Wirte für eine Blutmahlzeit zu finden.“ Die Paarung beschleunigt diesen Wandel zum Blutsauger zusätzlich.
Aber wie kommt dieser Wechsel zustande? Was verdirbt dem Mückenweibchen den Appetit auf Blütennektar und lässt sie nach unserm Blut gieren? Um das herauszufinden, haben sich Nalikkaramal und ihre Kollegen die Geruchsrezeptoren auf den Mückenantennen genauer angeschaut. „Die Rezeptoren und Gene für die Duftwahrnehmung werden nicht koordiniert reguliert, sondern fungieren als molekulare Schalter“, erklären die Forschenden.

Nahaufnahme von Aedes aegypti. Die Antennen dieser Stechmücken sind mit Geruchsrezeptoren bedeckt, die selbst kleinste Spuren von Duftstoffen wahrnehmen können. — © Fedaro/ CC-by-sa 4.0
Blütenduft-Rezeptor wird abgeschaltet
Jetzt zeigt sich: “Die Veränderung nur eines einzigen Geruchsrezeptors reicht aus, um das Suchverhalten der Mückenweibchen komplett zu rekonfigurieren“, berichtet Seniorautor Rickard Ignell von der Universität für Agarwissenschaften. Für ihre Studie hatten Ignell und sein Team den Duftsensor Or117 genauer untersucht. Von diesem war bekannt, dass er bei jungen, nektartrinkenden Mückenweibchen in zahlreichen Kopien auf den Antennen sitzt. Mit dem Wandel zum Blutsauger nimmt die Menge der Or117-Geruchsrezeptoren jedoch ab.





