Zum Inhalt springen
Bild der Wissenschaft
AnmeldenAbonnieren
  • Astronomie & Physik
  • Erde & Umwelt
  • Archäologie
  • Gesundheit & Medizin
  • Technik & Digitales
  • Gesellschaft & Psychologie
  • Shop
  • Rezensionen
  • Podcast
  • BDW Plus
Bild der Wissenschaft
  • Astronomie & Physik
  • Erde & Umwelt
  • Archäologie
  • Gesundheit & Medizin
  • Technik & Digitales
  • Gesellschaft & Psychologie
  • Kolumnen
  • Nachgefragt
  • Rezensionen
  • Podcast
  • Lexikon
Wissenschaft-Newsletter
Die wichtigsten Entdeckungen der Woche direkt in Ihr Postfach.

Leserservice

  • Probeabo
  • BILD DER WISSENSCHAFT Marktplatz

Hefte

  • Sonderhefte
  • Einzelhefte

Unsere Partner

  • Fraunhofer IPA
  • Leibniz-Institut ifl
  • wissen.de
  • ScienceBlogs
  • experimenta
  • Wissenschaftspodcasts

Info

  • AGB
  • Mediadaten
  • Impressum
  • Datenschutz
  • Barrierefreiheit
  • Vertrag widerrufen
BILD DER WISSENSCHAFTErnst-Mey-Str. 8
70771 Leinfelden-Echterdingen

Abonnement & LeserserviceE-Mail: leserservice@konradin.de
Tel: +49 (0)711 82651-201
RedaktionE-Mail: wissenschaft@konradin.de
Tel: +49 (0)711 7594-392
Folgen Sie uns
Bild der Wissenschaft als bevorzugte Quelle bei Google einrichtenAuf Google merken →
Konradin Mediengruppedamals.denatur.de
© 2026 Bild der Wissenschaft
Warenkorb

Dein Warenkorb ist leer.

Startseite/Gesellschaft & Psychologie/Artikel
Unser Gehirn blendet negative Wörter aus
Gesellschaft & Psychologie

Unser Gehirn blendet negative Wörter aus

Von den riesigen Mengen an Informationen um uns herum können wir nur einen Bruchteil wahrnehmen. Unser Unterbewusstsein spielt dabei offenbar eine wichtige Rolle. · Foto: © selimaksan/iStock

Gewalt! Verrat! Gefängnis! Wörter wie diese ziehen meist sofort unsere Aufmerksamkeit auf sich. Fast automatisch scheint sich unser Gehirn damit zu beschäftigen. Doch das gilt offenbar nicht immer: Fokussieren wir uns gerade auf eine andere Aufgabe, blendet unser Unterbewusstsein negative Wörter eher aus, wie eine Studie zeigt.
Autor
Elena Bernard
17. Juni 2026
Lesezeit
3 Minuten
Rubrik
Gesellschaft & Psychologie

Ob in den Medien, in Filmen oder im Alltag: Emotional negativ aufgeladene Wörter oder Bilder erregen meist automatisch unsere Aufmerksamkeit, wir scheinen sie kaum ignorieren zu können. Ohne es zu wollen, beschäftigen wir uns mit den negativen Inhalten – und haben dadurch weniger kognitive Kapazität für andere Aufgaben übrig. „Es gibt zahlreiche Daten, die zeigen, dass man langsamer wird oder mehr Fehler macht, wenn man etwas Negatives sieht oder hört“, sagt Gal Chen von der Hebräischen Universität Jerusalem.

Selektive Aufmerksamkeit

Doch wie entscheidet unser Gehirn, welche auditiven Informationen überhaupt in unser Bewusstsein gelangen? Um diese Frage zu klären, ließen Chen und sein Team 29 hebräischsprachige Studierende eine visuelle Aufgabe erledigen, während im Hintergrund ein Strom bedeutungsloser Pseudowörter lief. Gelegentlich streuten sie in dieses Hintergrundgemurmel ein echtes hebräisches Wort ein, das entweder emotional negativ oder neutral war. Jeweils kurz danach fragten sie die Testpersonen, ob sie innerhalb der letzten fünf Sekunden ein echtes Wort gehört hätten und ob sie es wiederholen könnten.

„Wir gingen zunächst davon aus, dass Menschen die negativen Dinge stärker wahrnehmen würden, weil das unserer bewussten Annahme entspricht“, berichtet Chen. Doch das Gegenteil war der Fall: Die Testpersonen nahmen die neutralen Wörter deutlich häufiger wahr als die negativen. „Wir dachten, es handele sich um einen Fehler“, erzählt Chen. „Also wiederholten wir die Studie und fügten neue Wörter hinzu.“ Insgesamt 101 Testpersonen nahmen schließlich an den Experimenten teil. „Die Ergebnisse zeigten denselben Trend: Menschen nehmen negative Wörter weniger wahr.“ Das galt auch für Durchläufe, bei denen die visuelle Aufgabe weniger anspruchsvoll war, sodass die Teilnehmenden mehr kognitive Kapazität frei hatten.

Schützendes Unterbewusstsein

„Diese Studie ist ein gutes Beispiel dafür, dass unsere bewussten Annahmen darüber, was wir wahrnehmen, nicht immer mit dem übereinstimmen, was unser Unterbewusstsein tut“, sagt Chen. „Eine mögliche Erklärung könnte darin liegen, dass das bewusste Erleben negativer Informationen aufwendig ist und das kognitive System sich manchmal dafür entscheidet, diesen Preis nicht zu zahlen. Es könnte die Grundeinstellung des Unbewussten sein, Informationen zu unterdrücken, die uns schaden könnten.“ Demnach würde unser Unterbewusstsein Informationen bereits bewerten, bevor wir sie bewusst wahrnehmen – und erst auf Basis des Ergebnisses bestimmen, was wirklich in unser Bewusstsein gelangt.

Aus Sicht der Forschenden könnten diese Erkenntnisse auch neue Ansätze für die Erforschung psychischer Erkrankungen bieten. Denn womöglich funktioniert diese unbewusste Selektion bei Menschen mit Angststörungen, Posttraumatischen Belastungsstörungen oder anderen psychischen Erkrankungen weniger gut. „Wenn man sich das Unbewusste als Gatekeeper vorstellt, der uns vor Dingen schützt, die uns schaden oder unsere Entscheidungen beeinflussen könnten, fragt man sich, was passiert, wenn dieser Gatekeeper versagt“, sagt Chen.

Eine Einschränkung der Studie besteht zum einen darin, dass nur neutrale und negative Wörter getestet wurden, nicht aber emotional positiv besetzte Begriffe oder Tabuwörter, die womöglich auf andere Weise verarbeitet werden. Zum anderen können die Forschenden nicht vollständig ausschließen, dass die beobachteten Effekte in Wirklichkeit auf ein selektives Gedächtnis statt auf eine selektive Wahrnehmung zurückgehen. „Das würde bedeuten, dass die Teilnehmenden die Wörter zwar bewusst hörten, aber trotz ihrer Relevanz sofort wieder vergaßen“, erklärt das Forschungsteam. Da die Abfrage allerdings innerhalb weniger Sekunden nach dem Wort erfolgte, wäre auch ein solcher Effekt laut Chen und seinen Kollegen beeindruckend. In zukünftigen Studien wollen sie das Phänomen weiter erforschen und dabei auch ganze Sätze und realistischere Hörumgebungen einbeziehen.

Quelle: Gal Chen (The Hebrew University of Jerusalem, Israel) et al., Psychological Science, doi: 10.1177/09567976261434113


BewußtseinGehirnselektive WahrnehmungUnterbewusstsein
Bevorzugte Quelle bei Google

Möchten Sie Bild der Wissenschaft in Ihren Google-Suchergebnissen bevorzugt sehen? Ein Klick genügt.

Bild der Wissenschaft als bevorzugte Quelle festlegen →

Mehr aus Gesellschaft & Psychologie

Weitere aktuelle Artikel aus der Rubrik Gesellschaft & Psychologie.

Alle Gesellschaft & Psychologie-Artikel
Social-Media: Studie bestätigt negative Effekte auf den Schulerfolg von Kindern
Gesellschaft & Psychologie

Social-Media: Studie bestätigt negative Effekte auf den Schulerfolg von Kindern

4. August 2026

Wenn Kinder schon mit elf oder zwölf Jahren soziale Medien nutzen, hängen sie in der zehnten Klasse ein halbes Jahr hinter gleichaltrigen Spätstartern zurück.

Wie Bildung und Gene zusammenwirken
Gesellschaft & Psychologie

Wie Bildung und Gene zusammenwirken

31. Juli 2026

Je leichter Menschen aufgrund ihrer genetischen Ausstattung lernen, desto mehr profitieren sie von zusätzlicher Bildung. Die Effekte halten bis ins Alter an.

Selbstüberschätzung: Doch kein Dunning-Kruger-Effekt?
Gesellschaft & Psychologie

Selbstüberschätzung: Doch kein Dunning-Kruger-Effekt?

29. Juli 2026

Der Dunning-Kruger-Effekt beschreibt, dass Inkompetenz mit der größten Selbstsicherheit einhergeht. Doch das könnte auf einem statistischen Fehler beruhen.

Wann gab es die meisten Sprachen auf der Erde?
Gesellschaft & Psychologie

Wann gab es die meisten Sprachen auf der Erde?

27. Juli 2026

Weltweit existieren heute rund 7500 Sprachen – doch wie sah die linguistische Vielfalt in vergangenen Zeiten aus? Das verrät nun eine modellbasierte…

← Zurück zu Gesellschaft & PsychologieZur Startseite