Der Sommer geht zu Ende – und damit auch der Kampf, den Liebhaber von Grünzeug Jahr um Jahr mit Schere, Schneckenkorn oder Bierfallen gegen gefräßige Schnecken führen. Nächstes Jahr könnten Gärtner es mal mit Kaffee versuchen. Hohe Dosen Koffein nämlich sind weder Nackt- noch Häuschenschnecken bekömmlich. Das berichten Forscher auf Hawaii. Sie besprühten Chinakohl und Orchideen mit einer zweiprozentigen Koffeinlösung – das entspricht der Koffein-Menge in zehn Tassen Filterkaffee. Fast keine Schnecke überlebte die Behandlung. Die Tiere mieden Koffein – wenn sie die Wahl hatten, zogen sie unbehandeltes Futter vor. Bereits in den achtziger Jahren wurde versucht, Koffein als Insektizid einzusetzen. Doch Insekten erwiesen sich als ziemlich unempfindlich gegen den Kaffee-Schock. Warum ausgerechnet Schnecken daran sterben, versuchen die Forscher jetzt herauszufinden. Außerdem suchen sie nach anderen Darreichungsformen, denn bei ersten Tests entwickelten sich Farne, Bromelien und Salat bei der Anti-Schnecken-Kur schlechter. Dagegen zeigten Orchideen, Palmen und Löwenmäulchen keine Symptome.
Hans Groth




