Zahnmediziner der Universität Düsseldorf haben Hinweise gefunden, wie sich der lange vermutete Zusammenhang zwischen Stress und Parodontitis erklären lässt. Diese Entzündung des Zahnbetts kann auch den Kieferknochen erfassen – an ihr leidet fast jeder siebte Deutsche. Als Ursache gilt neben mangelnder Mundhygiene ein geschwächtes Immunsystem. Es kann Bakterien an den Zahnhälsen nicht mehr wirksam bekämpfen. Bei Studenten, die mitten im Examen standen, fanden die Düsseldorfer Wissenschaftler deutlich höhere Konzentrationen des Entzündungsstoffs Interleukin-1-Beta im so genanten Sulkus, der Furche zwischen Zahnfleisch und Zahn. Gleichzeitig sank die Konzentration schützender Antikörper vom Typ Immunglobulin A im Speichel. Diese stressbedingten Änderungen der Immunparameter könnten der Parodontitis entscheidend Vorschub leisten. Hinzu kommt, dass die Examenskandidaten offensichtlich nachlässiger ihre Zähne putzten. Sechs Wochen nach einer gründlichen ärztlichen Zahnreinigung fand sich besonders an den schlechter zugänglichen Innenflächen doppelt so häufig Zahnbelag wie bei Kontrollpersonen, die keinen Prüfungsdruck hatten.




