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Scheitert die Rettung des Swift-Weltraumteleskops?
Astronomie & Physik

Scheitert die Rettung des Swift-Weltraumteleskops?

Der robotische Abschlepp-Satellit LINK soll das absinkende Swift-Weltraumteleskop anheben. Doch jetzt ist die Lagekontrolle des LINK-Satelliten ausgefallen. · Foto: © NASA/ Goddard Space Flight Center

Es ist ein ehrgeiziger Plan: Ein Anfang Juli 2026 gestarteter Robotersatellit soll das absinkende Swift-Weltraumteleskop einfangen und in einen höheren Orbit bringen. Doch die Mission ist in Schwierigkeiten: Die Lagekontrolle ist ausgefallen und der LINK-Satellit trudelt unkontrolliert um die eigene Achse. Inzwischen ist es gelungen, die Rotation zu verlangsamen und weitere Maßnahmen sind geplant, wie die NASA berichtet. Doch reicht das aus, um die innovative Mission zu retten?
Autor
Nadja Podbregar
04. August 2026
Lesezeit
3 Minuten
Rubrik
Astronomie & Physik

Satelliten und Weltraumteleskope im niedrigen Erdorbit haben ein Problem: Ist ihr Treibstoff erschöpft, können sie sich nicht mehr aus eigener Kraft in ihrer Bahn halten und sinken allmählich ab, bis sie in der Atmosphäre verglühen. Um dies zu verhindern, hat die NASA zusammen mit dem US-Unternehmen Katalyst einen innovativen Plan ausgeheckt: Ein orbitaler Abschlepproboter soll alternde Observatorien und Satelliten wieder in eine höhere Bahn bringen und so ihre Lebenszeit verlängern.

Die erste Mission dieser Art ist am 3. Juli 2026 gestartet und soll das Weltraumteleskop Swift retten. Dieses für die Astronomie wichtige Gammastrahlungs-Teleskop ist bereits auf nur noch 300 Kilometer Flughöhe abgesackt – sinkt er unter 297 Kilometer, wäre sein Ende unvermeidlich. Um dies zu verhindern, besitzt der LINK getaufte Abschlepp-Satellit drei robotische Greifarme, mit denen er das Teleskop einfangen soll. Mithilfe seiner drei Ionentriebwerke soll er es im Laufe mehrerer Monate bis auf rund 600 Kilometer anheben.

LINK-Satellit

Dieses Selfie machte der LINK-Satellit am 9. Juli – gut zwei Wochen, bevor seine Lagekontrolle ausfiel. Zu sehen sind Teile des Satellitenrumpfes und eines seiner Solarsegel, im Hintergrund die Erde. — © Katalyst Space

Abschlepp-Satellit trudelt um mehrere Achsen

Doch der LINK-Satellit ist in Schwierigkeiten: Kurz vor dem geplanten Einfangen des Swift-Teleskops Ende Juli fielen zwei seiner drei Reaktionsräder aus. Diese elektrisch angetriebenen Schwungräder dienen zur Lagekontrolle des Satelliten und sollen ihn in stabiler Ausrichtung halten. Doch wegen Problemen mit der Stromversorgung funktioniert dieses Kontrollsystem nun nicht mehr, wie die NASA und der Satellitenhersteller Katalyst vor wenigen Tagen meldeten.

„Seit 72 Stunden zeigt der LINK-Satellit eine Rotation um mehrere Achsen, was einen vorübergehenden Verlust der Kommunikation verursachte“, berichtete die NASA am 28. Juli. Daraufhin entwickelte das Bodenteam einen Plan, um das unkontrollierte Trudeln durch gezielt getimte Zündungen der Ionentriebwerke zu stoppen.

Rotation verlangsamt, weitere Maßnahmen geplant

Jetzt gibt es gute Nachrichten: „Eine Reihe von Zündungen eines in zwei Achsen beweglichen Ionentriebwerks hat die Rotationsrate des LINK-Satelliten von rund neun Grad pro Sekunde auf rund vier Grad pro Sekunde verlangsamt“, berichtet Katalyst. „Wir denken, dass die restliche Rotation durch die nächste Reihe von Triebwerkszündungen weiter abgebremst werden kann.“ Sollte dies gelingen, muss als nächstes das Lagekontrollsystem des LINK-Satelliten repariert werden, damit er nicht wieder zu trudeln beginnt.

Ingenieure der NASA und des Satellitenherstellers Katalyst arbeiten bereits an einer Lösung dafür. „Diese umfasst die Neuzuordnung der verfügbaren Aktuatoren, die Neuabstimmung der Regelungsalgorithmen sowie das Testen des neuen Kontrollsystems in einer Simulation, bevor es im Orbit aktiviert wird“, erklärt Katalyst. Da die restlichen Systeme des Abschlepp-Satelliten korrekt arbeiten, sei die Mission noch zu retten.

„Wir geben noch nicht auf“

Ähnlich sieht es die NASA: „Wir geben noch nicht auf“, schreibt NASA-Administrator Jared Isaacman auf X. „Dies bleibt eine sehr coole, günstige und lohende Mission mit großem Potenzial. Sie ist ein weiterer Schritt in Richtung einer Zukunft, in der robotische Missionen wie diese routinemäßig Satelliten reparieren, warten und auf größere Höhe bringen.“ NASA-Teams arbeiten bereits daran, die Pläne für das Einfangen des Swift-Teleskops durch den LINK-Satelliten an die neue Situation anzupassen.

„In enger Zusammenarbeit mit den NASA-Teams wird Katalyst dann die revidierten Pläne evaluieren und prüfen, ob LINK stabil und sicher genug ist, um sich dem Swift-Teleskop anzunähern und es einzufangen“, erklärt die NASA. Sollten die Überprüfungen positiv verlaufen, könnte die Abschlepp-Mission des Swift-Weltraumteleskops Ende August beginnen. „Die Mission bleibt aktiv und wir glauben weiterhin, dass es für LINK einen gangbaren Weg zum Rendezvous mit Swift gibt“, sagt Katalyst.

Quelle: NASA, Katalyst


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