Beteigeuze ist am Himmel kaum zu übersehen, denn der rund 700 Lichtjahre entfernte Stern strahlt als heller Schulterstern des Sternbilds Orion. Für Aufsehen sorgt der Rote Überriese, weil er kurz vor einer Supernova stehen könnte. Als sich Beteigeuze im Jahr 2019 plötzlich stark verdunkelte, galt dies zunächst als mögliches Vorzeichen einer Sternexplosion, erwies sich aber nur als Folge eines großen Plasmaausbruchs. 2025 entdeckten Astronomen dann einen zuvor unerkannten Begleitstern um den Überriesen. Einer ersten, noch unscharfen Aufnahme zufolge ist dieser bläulich und hat etwa die Masse der Sonne.
„Einen kleinen Begleitstern neben Beteigeuze zu entdecken, ist ein bisschen wie der Versuch, ein Glühwürmchen neben einem Leuchtturm zu fotografieren“, erklärt Co-Autorin Emma Bordier von der Universität zu Köln. „Die Helligkeit von Beteigeuze überstrahlt das schwache Signal völlig.“
Unerwartet deutliches Porträt
Dennoch ist Astronomen jetzt eine neue, schärfere Aufnahme des Beteigeuze-Begleitsterns gelungen. Miguel Montargès von der Sorbonne-Universität in Paris und sein Team nutzten das Very Large Telescope (VLT) der Europäischen Südsternwarte in Chile, um das Sternenpaar im Dezember 2024 genauer ins Visier zu nehmen. Zuvor hatten Bahnberechnungen ergeben, dass Beteigeuze B dann von uns aus gesehen besonders weit von seinem größeren Partner entfernt stehen müsste. Er wird daher weniger stark überstrahlt und müsste daher besser sichtbar sein.
Und tatsächlich: „Ich bin von meinem Stuhl aufgesprungen, als ich die prozessierten Bilder sah“, berichtet Montargès. „Denn eigentlich dachte ich, dass unsere Empfindlichkeit nicht ausreichen würde, um Beteigeuze B nachzuweisen.“ Doch in den Aufnahmen des VLT zeigte sich neben dem Roten Überriesen deutlich ein zweiter, kleinerer Lichtfleck – Beteigeuze B. „Wir bestätigen damit die Präsenz dieses Begleitsterns mit einer Signifikanz von 6,1 Sigma“, schreiben die Astronomen. Ab fünf Sigma gilt eine Beobachtung als Nachweis und eindeutige Entdeckung.






