Die NASA hat ein neues „Auge im All“: Das am 30. August gestartete „Nancy Grace Roman Space Telescope“ ist zurzeit auf dem Weg zu seinem Zielort, dem 1,5 Millionen Kilometer von der Ede entfernten Lagrangepunkt L2. Von dort aus soll das Teleskop Galaxien und Dunkle Materie kartieren, aber auch erdähnliche Exoplaneten finden und untersuchen. Dafür hat das primär im Infrarotbereich arbeitende Teleskop zwei Hauptinstrumente an Bord, eine Weitwinkelkamera und einen Koronagrafen.
“First Light” für das Wide Field Instrument
Wie die NASA meldet, haben beide Instrumente des Roman-Weltraumteleskops den Start gut überstanden und wurden erfolgreich aktiviert. Die Kamera des Wide Field Instrument hat am Wochenende ein erstes Testbild zur Erde gesendet. Das Wide Field Instrument besteht aus 18 Detektoren, die zusammen 300 Millionen Pixel auf einmal aufnehmen können – 100-mal mehr als die Kamera des Hubble-Teleskops.
Für das erste Testbild waren die 18 Einzeldetektoren der Kamera noch in ihrer Startkonfiguration und nicht kalibriert. Daher ist das erste Bild noch unscharf und zeigt die abgebildeten Sterne als unscharfe, von Blendeneffekten umgebene Punkte. Dennoch werten die Projektwissenschaftler dies als großen Erfolg: „Nach Jahren der Bemühungen, dieses Instrument zu bauen und auf der Erde zu testen, haben wir nun die Bestätigung, dass es im Weltraum funktioniert. Dies ist ein gewaltiger Meilenstein“, sagt Josh Schlieder vom Goddard Space Flight Center der NASA. „Wir sind auf dem Weg zu bahnbrechender Wissenschaft.“

Diese Aufnahme ist das erste Bild der 300-Megapixel-Kamera des Roman-Weltraumteleskops. Gut zu erkennen ist die bogenförmige Anordnung der 18 Detektoren. Unten die Vergrößerung eines der Sehfelder. — © NASA Goddard Space Flight Center/ Tyler Desjardins (STScI)
Auch der Koronagraf ist schon wach
Bevor die NASA die Weitwinkelkamera des Roman-Teleskops anschalten konnte, musste das sensible Instrument zunächst zehn Tage lang getrocknet und dekontaminiert werden. Dafür wurden die Detektoren auf minus 65 Grad aufgeheizt. Erst dann begannen die Ingenieure das System auf seine Arbeitstemperatur von minus 183 Grad Celsius abzukühlen. Diese Kälte ist nötig, um scharfe Infrarotaufnahmen ohne störende Wärmestrahlung zu erstellen.






