Zum Inhalt springen
Bild der Wissenschaft
AnmeldenAbonnieren
  • Astronomie & Physik
  • Erde & Umwelt
  • Archäologie
  • Gesundheit & Medizin
  • Technik & Digitales
  • Gesellschaft & Psychologie
  • Shop
  • Rezensionen
  • Podcast
  • BDW Plus
Bild der Wissenschaft
  • Astronomie & Physik
  • Erde & Umwelt
  • Archäologie
  • Gesundheit & Medizin
  • Technik & Digitales
  • Gesellschaft & Psychologie
  • Kolumnen
  • Nachgefragt
  • Rezensionen
  • Podcast
  • Lexikon
Wissenschaft-Newsletter
Die wichtigsten Entdeckungen der Woche direkt in Ihr Postfach.

Leserservice

  • Probeabo
  • BILD DER WISSENSCHAFT Marktplatz

Hefte

  • Sonderhefte
  • Einzelhefte

Unsere Partner

  • Fraunhofer IPA
  • Leibniz-Institut ifl
  • wissen.de
  • ScienceBlogs
  • experimenta
  • Wissenschaftspodcasts

Info

  • AGB
  • Mediadaten
  • Impressum
  • Datenschutz
  • Barrierefreiheit
  • Vertrag widerrufen
BILD DER WISSENSCHAFTErnst-Mey-Str. 8
70771 Leinfelden-Echterdingen

Abonnement & LeserserviceE-Mail: leserservice@konradin.de
Tel: +49 (0)711 82651-201
RedaktionE-Mail: wissenschaft@konradin.de
Tel: +49 (0)711 7594-392
Folgen Sie uns
Bild der Wissenschaft als bevorzugte Quelle bei Google einrichtenAuf Google merken →
Konradin Mediengruppedamals.denatur.de
© 2026 Bild der Wissenschaft
Warenkorb

Dein Warenkorb ist leer.

Startseite/Astronomie & Physik/Artikel
Falsch herum kreisender Exoplanet gibt Rätsel auf
Astronomie & Physik

Falsch herum kreisender Exoplanet gibt Rätsel auf

Der Exoplanet GJ 3090 b umkreist seinen Zentralstern gegen dessen Rotationsrichtung. Er ist damit eine echte Rarität. · Foto: © ESO/ L. Calçada

Rückwärtsgang: Astronomen haben um einen Exoplaneten entdeckt, der verkehrt herum kreist – entgegen der Rotationsrichtung seines Sterns. GJ 3090 b ist damit eine echte Rarität und der bislang erste retrograde Planet um einen Roten Zwergstern. Doch wie der neptunähnliche Planet in diese verkehrte Bahn geriet, ist rätselhaft. Denn anders als bei anderen retrograden Exoplaneten gibt es keine Hinweise auf eine Kollision oder ein anderes Störobjekt.
Autor
Nadja Podbregar
24. September 2026
Lesezeit
3 Minuten
Rubrik
Astronomie & Physik

Im Sonnensystem kreisen alle Planeten in eine Richtung: Sie folgen der Rotationsrichtung der Sonne. Der Grund dafür liegt in ihrer Entstehung. Planeten bilden sich in der protoplanetaren Scheibe ihres Sterns und diese dreht sich mit dem Stern mit. Doch es gibt auch Ausnahmen: Einige Exoplaneten umkreisen ihre Sterne auf stark gekippter Bahn, eine Handvoll Planeten kreist sogar komplett falschherum – sie sind retrograd. Ursache für solche Fehlausrichtungen sind meist die Kollision mit einem massereichen Planeten oder der Schwerkrafteinfluss eines zweiten Sterns.

Naher Sub-Neptun im Visier

Doch jetzt haben Astronomen einen retrograden Exoplaneten identifiziert, auf den die gängigen Erklärungen nicht passen. Es handelt sich um den innersten Planeten des rund 73 Lichtjahre entfernten Roten Zwergsterns GJ 3090. Der 2022 vom TESS-Weltraumteleskop identifizierte Planet GJ 3090 b ist rund 2,2-mal so groß und 4,5-mal so schwer wie die Erde. Der Sub-Neptun benötigt rund 2,9 Tage für eine Umkreisung seines Sterns. Weiter außen gibt es in diesem System noch zwei weitere Sub-Neptune mit 13 und 16 Tagen Umlaufzeit – soweit, so bekannt.

Unbekannt war jedoch bisher, wie die Umlaufbahn von GJ 3090 b aussieht. Yann Carteret von der Universität Genf und sein Team haben deshalb Spektraldaten ausgewertet, die Teleskope der Europäischen Südsternwarte in Chile vom Planetensystem GJ 3090 aufgezeichnet haben. In den resultierenden Lichtspektren lieferten winzige Verschiebungen der Spektrallinien Informationen darüber, in welche Richtung der innerste Planet dieses Systems seinen Stern umkreist.

Retrograd, aber keine Ursache in Sicht

Die Analysen ergaben: Planet GJ 3090 b umkreist seinen Stern nicht in „normaler“ Ausrichtung, sondern im Winkel von 136 Grad – dies entspricht einem retrograden Orbit. „GJ 3090 b ist damit einer der am stärksten aus der normalen Bahn gelenkten Planeten“, berichten die Astronomen. Der innerste Planet dieses Systems kreist demnach falsch herum – es ist der erste Nachweis eines solchen retrograden Planeten um einen Roten Zwergstern. GJ 2090 b ist zudem erst der sechste Exoplanet mit einer orbitalen Auslenkung von mehr als 70 Grad, wie das Team erklärt.

Planetenorbits im Vergleich

Vergleich der orbitalen Rotationsachse von bekannten Exoplaneten mit GJ 3090 b (Stern). Fünfecke kennzeichnen Mehrplanetensysteme, die Farben zeigen die Temperatur des Zentralsterns. — © Carteret et al./ Astronomy and Astrophysics, CC-by 4.0

Doch wie geriet dieser Exoplanet in seine umgekehrte Bahn? „Wir haben im System nach einem massereichen Begleiter gesucht, der den Planeten in einen so extremen Orbit gezwungen haben könnte – aber wir konnten keinen finden“, berichtet Carteret. Im nahen Umfeld des Sterns GJ 3090 und seiner Planeten war keine Spur eines potenziellen Kollisionspartners oder anderen Störeinflusses zu sehen. „GJ 3090 b ist der erste retrograde Planet in einem Multiplanetensystem, in dem es weder einen massereichen äußeren Planeten gibt noch einen zweiten Stern“, so die Astronomen.

Gab es eine zweite Staubscheibe um den Stern?

Das wirft die Frage auf, was den Planeten sonst auf seine retrograde Bahn gebracht haben könnte. „Die Architektur des GJ-3090-Systems spricht für eine Fehlausrichtung schon der protoplanetaren Scheibe“, erklären die Astronomen. „Wir brauchen daher einen Mechanismus, der entweder schon die protoplanetare Scheibe kippte oder eine zweite, falsch ausgerichtete Scheibe erzeugte.“ Theoretischen Modellen zufolge könnte eine solche sekundäre Gas- und Staubscheibe entstehen, wenn ein Dreifachsternsystem zerfällt oder wenn nachträglich Material von einem Jungstern angezogen wird und sich dann in abweichender Orientierung um ihn sammelt.

„Die Idee, dass ein Planetensystem auch aus einer sekundären, anders ausgerichteten Scheibe entstehen könnte, ist besonders spannend“, sagt Co-Autor Vincent Bourrier von der Universität Genf. „Denn dies legt nahe, dass die Umgebung eines jungen Sterns eine größere Rolle für die Struktur seines Planetensystems spielt als bisher angenommen.“ Nach Ansicht der Astronomen ist eine solche sekundäre Staubscheibe im Fall von GJ 3090 b das wahrscheinlichste Szenario.

Noch ist dies aber nur eine Annahme. Die Astronomen hoffen, dass weitere Beobachtungen genauere Informationen über die Umlaufbahnen der beiden äußeren Nachbarn von GJ 3090 b liefern und auch über das frühere Umfeld des Sterns. Das könnte klären helfen, ob dieses Szenario einer sekundären protoplanetaren Scheibe bei GJ 3090 zutrifft. Hilfreich wäre es auch, wenn man weitere Planetensysteme mit ähnlich falschherum kreisenden Planeten entdecken würde.

Quelle: Yann Carteret (Universität Genf) et al., Astronomy and Astrophysics, 2026; doi: 10.1051/0004-6361/202661989

ExoplanetOrbitPlanetensystemretrogradRotationUmlaufbahn
Bevorzugte Quelle bei Google

Möchten Sie Bild der Wissenschaft in Ihren Google-Suchergebnissen bevorzugt sehen? Ein Klick genügt.

Bild der Wissenschaft als bevorzugte Quelle festlegen →

Mehr aus Astronomie & Physik

Weitere aktuelle Artikel aus der Rubrik Astronomie & Physik.

Alle Astronomie & Physik-Artikel
Lehrmeinung widerlegt? Weiße Zwerge können Massengrenze überschreiten
Astronomie & Physik

Lehrmeinung widerlegt? Weiße Zwerge können Massengrenze überschreiten

14. Oktober 2026

Der Theorie nach können Weiße Zwerge nicht schwerer werden als 1,44 Sonnenmassen. Doch Astronomen widerlegen dies nun – mit Folgen für die Kosmologie.

Marsrover „Perseverance“ knackt Entfernungsrekord
Astronomie & Physik

Marsrover „Perseverance“ knackt Entfernungsrekord

13. Oktober 2026

Auf dem Mars gibt es einen neuen Rekordhalter: Der NASA-Rover Perseverance hat seit seiner Landung mehr als 45,22 Kilometer auf dem Roten Planeten zurückgelegt.

Spektakuläre Marswolke beruht auf exotischer Physik
Astronomie & Physik

Spektakuläre Marswolke beruht auf exotischer Physik

9. Oktober 2026

Rätselhaftes Phänomen: Auf dem Mars bildet sich eine 1800 Kilometer lange Wolke jeden Tag neu – aber wie? Forschende kommen zu einem überraschenden Ergebnis.

Erster Nachweis von schwerem Methanol im Weltall
Astronomie & Physik

Erster Nachweis von schwerem Methanol im Weltall

8. Oktober 2026

Astronomen haben im All erstmals Methanol-Moleküle entdeckt, bei denen alle Wasserstoffatome durch das schwerere Wasserstoff-Isotop Deuterium ersetzt sind.

← Zurück zu Astronomie & PhysikZur Startseite