“Bitte nichts berühren!” In traditionellen Museen und Ausstellungen schreiten die Besucher andächtig von Exponat zu Exponat, betrachten und lesen. “Mach mit und probier’s aus!” heißt es hingegen in den Science Centern: Hier drücken die Besucher Knöpfe, drehen Kurbeln, setzen sich auf etwas drauf… und lösen Effekte aus. “Mit den Exponaten traditioneller Museen ist das natürlich nicht möglich, da es sich oft um kostbare Einzelstücke handelt. Deshalb hat auch dieses Konzept nach wie vor seine Berechtigung”, sagt Katrin Hille von der experimenta. “Science Center haben hingegen eine andere Zielsetzung: Sie bieten den Besuchern die Möglichkeit, Zusammenhänge und Phänomene spielerisch zu erfahren und zu begreifen”, so die Psychologin und Lernforscherin.
Erfolg mit Wachstumseffekt
Dieses Konzept hat seit 2009 genau 1.345.704 kleine und große Besucher in die experimenta gelockt. Auch viele Schulklassen und Kindergartengruppen nutzten das besondere Ziel für einen Ausflug. Der große Erfolg hat zum Wachstum geführt: Die bisherigen Angebote werden nun ausgeweitet und um zahlreiche neue Formate ergänzt. Wenn die experimenta im Frühjahr 2019 wieder ihre Tore öffnet, können die Besucher in vier Ausstellungswelten über 275 Exponate erleben und in neun hochwertig ausgestatteten Laboren experimentieren. “Man darf sich aber zur Abwechslung durchaus auch mal entspannt zurücklehnen und staunen”, sagt Hille: Der Science Dome wird mit seinem 700 Quadratmeter großen 3D-Screen, einem drehbaren Zuschauerraum und einer effektsprühenden Hightech-Bühne für Wow-Effekte sorgen.

Das zentrale Angebot der neuen experimenta wird aber erneut sein, “sich selbst wirksam zu erleben”, wie es Hille ausdrückt. Es handelt sich dabei um ein natürliches und besonders bei Kindern ausgeprägtes Bedürfnis, das eindeutig mit dem Lernen verknüpft ist. “Wenn Kinder beispielsweise in einem Fahrstuhl wild alle Knöpfe drücken, wollen sie ausprobieren und erleben, was dann passiert und letztlich dabei lernen”, sagt Hille. Lernen ist keineswegs an Disziplin geknüpft, betont sie. Manchmal ist zwar auch Auswendiglernen oder Belehrung angesagt, doch allzu altbackene Lehrkonzepte haben sich als problematisch erwiesen: Manche Menschen sträuben sich intensiv gegen zu passive Formen der Informationsvermittlung und können dadurch letztlich ihr Potenzial nicht entfalten.





