Britische Wissenschaftler der Universität in Newcastle upon Tyne um Carlo Leifert haben eine rote Kartoffelvariante entdeckt, die resistent gegen Kartoffelfäule ist. Die Knolle aus Ungarn könnte der Schlüssel für die Lösung eines der größten Probleme im organischen Bioland- anbau sein.
Kartoffelfäule wird durch den Pilz Phytophthora infestans verursacht, der zunächst die Blätter der Pflanze befällt und schließlich die ganze Frucht verfaulen lässt. Durch die Krankheit entstehen Biolandwirten in Europa jährlich Ernteverluste in Millionenhöhe. Die Folge: Die Menge der Kartoffeln, die ohne Chemikalien kommerziell gezüchtet werden, deckt nicht mehr den Bedarf der Konsumenten.
Leifert spricht deshalb von einem Durchbruch: „Unsere Versuche haben gezeigt, dass die neue Kartoffel zwar an den Blättern von leichter Fäule befallen wird, die Krankheit schreitet aber nicht fort und die Frucht bleibt gesund.”
Die Kartoffelversuche sind Teil des Forschungsprojekts „ Blight-Mop”, das von der EU mit 3,8 Millionen Euro gefördert wird. Das Programm untersucht neue Kartoffelsorten und Strategien gegen die Kartoffelfäule. Beteiligt sind unter anderem Institute in Frankreich, der Schweiz, den Niederlanden und in Deutschland.
Hans Groth




