Wenn Frauen zusammen mit Männern in fröhlicher Runde die eine oder andere Flasche Wein leeren, haben die Damen bei gleichem Alkoholkonsum normalerweise mehr Promille im Blut als die Herren. Diese Tatsache ist hinreichend bekannt und durch viele Studien belegt. Verblüffend ist jedoch, daß dieser geschlechterspezifische Unterschied verschwindet, wenn Alkohol intravenös verabreicht wird. Charles Lieber von der Mount Sinai School of Medicine in New York wollte jetzt wissen, warum das so ist. Dazu untersuchte der Pathologe drei Magenenzyme, die für den Abbau von Alkohol verantwortlich sind. Lieber fand heraus, daß das Enzym chi-Alkohol-Dehydrogenase (chi-ADH) bei Männern doppelt so aktiv den Alkohol abbaute als bei Frauen. Eigenartigerweise war dies jedoch nur dann der Fall, wenn die Testpersonen Höherprozentiges wie Wein oder Schnaps tranken. Beim Konsum von Bier wurde chi-ADH bei Männern und Frauen in sehr geringem Maße oder gar nicht aktiv. „Das soll jetzt aber nicht heißen, daß Frauen versuchen sollten, Männer mit Bier unter den Tisch zu trinken”, warnt Lieber. Er verweist auf Untersuchungen, wonach Alkohol den weiblichen Organismus weitaus mehr schädigt als den männlichen. Liebers – nicht ganz ernstgemeinter – Vorschlag: Bei Partys sollte der Gastgeber zwei verschiedene Gläsergrößen zur Verfügung stellen – eine für Männer und eine für Frauen.





