Wir Menschen sind soziale Wesen: Einsamkeit kann uns nicht nur psychisch, sondern auch körperlich krank machen. Zahlreiche Studien haben bereits bestätigt, dass soziale Berührungen direkte Auswirkungen auf unseren Körper haben: Schon bei Neugeborenen stabilisiert Kuscheln nach der Geburt zahlreiche Körperfunktionen und auch im Erwachsenenalter kann Berührung heilsam wirken.
Blutzucker reagiert auf Gesellschaft
Ein Team um Monia Masalha von der Hebräischen Universität in Jerusalem ist nun noch einen Schritt weiter gegangen: In mehreren Experimenten haben die Forschenden untersucht, inwieweit schon die Anwesenheit einer geliebten Person Auswirkungen auf unseren Körper hat – auch ohne Berührungen. Als Beispiel wählten sie den Glukosestoffwechsel, also ein Körpersystem, das üblicherweise nicht im Verdacht steht, auf soziale Situationen zu reagieren.
Für ihre Experiment ließen sie 54 Pärchen entweder alleine oder gemeinsam eine vorgegebene Mahlzeit verzehren und überwachten dabei ihren Blutzuckerspiegel. Dabei zeigte sich: Die Regulation des Blutzuckers war im sozialen Kontext effizienter als allein. Obwohl das Essen in beiden Fällen gleich zusammengesetzt war, stieg der Blutzucker bei den gemeinsamen Mahlzeiten langsamer und weniger stark an. „Bei der Blutzuckerregulation geht es also nicht nur darum, was wir essen, sondern auch darum, mit wem wir essen“, sagt Masalhas Kollege Shir Atzil. „Unsere Beziehungen spielen eine aktive biologische Rolle für unser körperliches Wohlbefinden.“
Warme Gefühle
In einem weiteren Experiment bat das Team die Testpersonen, sich fünf Minuten lang in einem zwölf Grad kühlen Raum aufzuhalten. Währenddessen und danach maßen die Forschenden die Veränderung der Hauttemperatur bei ihren Probanden. Auch hier zeigte sich: Hatten diese eine geliebte Person bei sich, fiel ihre Hauttemperatur weniger ab und stieg schneller wieder an, als wenn sie allein waren. Am stärksten war der Effekt, wenn sich die Paare berühren durften, doch er zeigte sich auch ganz ohne Körperkontakt.





