
Für Parkinson-Kranke oder Epileptiker kann KI die Rettung sein, wenn durch Implantate Funktionen des Gehirns überwacht werden und bei Bedarf rechtzeitig reagiert werden kann. Aber die Vorstellung, dass unsere Gedanken ausgelesen und beeinflusst, ja gesteuert werden könnten, ist auch unheimlich. Und beruhigend ist es auch nicht, zu lesen, was heute schon alles möglich und was geplant ist.
Wie behält man die Kontrolle? Und wie begegnet man den Folgen einer revolutionären Technik? Der Autor hat die Entstehung des „AI Act“ hautnah mitverfolgt, dieser mühsam errungenen Verordnung der Europäischen Union zur Regulierung von KI. Ein Schritt in die richtige Richtung, aber es gilt weiter wachsam zu sein.
Aus eigener Betroffenheit heraus entwickelt Delcker Strategien, um sich von der “Dopaminmaschine” Smartphone zu lösen, die uns durch viele kleine Belohnungen süchtig macht und uns jetzt schon stark beeinflusst. Und er plädiert leidenschaftlich für die Freiheit der Gedanken, denn sie ist „ein großes Gut, vielleicht unser größtes“. Barbara Messing
Janosch Delcker:
Der Gedanken-Code
Wie künstliche Intelligenz unser Denken entschlüsselt und wir trotzdem die Kontrolle behalten
Verlag C.H Beck, 206 S., € 16,–
ISBN 978-3-406-82343-5




