Wenn die Kleidung eine Rolle aktiviert
Im Mittelpunkt der von BP durchgeführten Meta-Studie zur psychologischen Wirkung von Berufsbekleidung steht unter anderem das Konzept der „Enclothed Cognition“. Dieses beschreibt, wie Verhalten und Wahrnehmung von Arbeitskleidung beeinflusst werden können. Dabei ist nicht nur die Funktion des Kleidungsstücks entscheidend, sondern vor allem auch, welche Bedeutung ihm zugeschrieben wird. So steht zum Beispiel ein Kittel für Sorgfalt, Fachwissen und Verantwortung. Die Studienteilnehmer, die einen solchen Kittel trugen, machten in Aufmerksamkeitstests deutlich weniger Fehler.
Laborkittel, Arztkittel und die Fehlerquote
Die Studie zeigt, dass „ausgewählte Kleidung kognitive Ressourcen“ aktiviert. In einer Versuchsreihe mit Laborkitteln machten die Teilnehmer mit Kittel rund 50 Prozent weniger Fehler als diejenigen ohne Kittel. Wurde der Kittel als Arztkittel betrachtet, hat das den Effekt noch einmal deutlich verstärkt. Dabei war das tatsächliche Tragen von Bedeutung. Die Vorstellung allein reichte nicht aus, um die zugehörige Rolle zu aktivieren.
Die Kleidung als Teil der beruflichen Identität
Laut der Studienanalyse verbinden Pflegefachkräfte ihre Kleidung häufig mit einem empathischen und hilfsbereiten Selbstverständnis, was sich auch auf ihr Auftreten im Arbeitsalltag auswirkt.
Dieser Effekt ist nicht auf bestimmte Arbeitsbereiche oder Branchen beschränkt. Die Meta-Studie ordnet die Berufsbekleidung zum Beispiel auch im Handwerk als sichtbares Zeichen für Kompetenz und praktische Erfahrung ein. Auch in anderen Bereichen beeinflusst die Kleidung sowohl die Selbstwahrnehmung ihres Trägers als auch dessen Eindruck auf andere Menschen.
Kleidung kann auch alltägliche Entscheidungen beeinflussen
Eine weitere in der Analyse aufgegriffene Studie zeigt, dass Kleidung sogar über das Arbeitsumfeld hinaus wirken kann. In dieser Studie ging es um den Zusammenhang zwischen Kleidungsstil und Essentscheidungen. Förmliche Kleidung wird eher mit Selbstkontrolle, Ordnung und Disziplin verbunden, während Freizeitkleidung stärker für Lockerheit und Spontanität steht.
Diese Assoziationen können offenbar beeinflussen, zu welchen Optionen Menschen beim Essen greifen. Personen in formeller Kleidung entschieden sich in der Studie häufiger für die gesündere Option.





