Gibt es klinische Studien, die sich mit dem Boxspringbett beschäftigt haben?
Klinische Studien speziell zum Boxspringbett gibt es bislang nicht. Messen lassen sich aber die Eigenschaften eines einzelnen Boxspringbett-Modells und genau das tat die Stiftung Warentest.
In ihrem aktuellen Test hat sie neun Boxspringbetten untersucht, jeweils für sieben Körpertypen in Rücken- und Seitenlage. Dazu simulierte ein Dauerwalztest die jahrelange Nutzung und ein Labor analysierte die Materialien.
Die Ergebnisse gelten deshalb für das einzelne Boxspringbett der heutigen Zeit, nicht für die ganze Bauart. Im Visier der Prüfer standen vier Kriterien:
Abstützung: Die Wirbelsäule lag in Seitenlage gerade und behielt in Rückenlage ihre natürliche Doppel-S-Form.
Passung: Die Liegehärte musste zu Statur und zum Körpergewicht passen.
Schadstofffreiheit: Die Materialien durften keine bedenklichen Stoffe enthalten oder ausdünsten.
Haltbarkeit: Auch nach Jahren sollten sich keine Kuhlen bilden.
Wie genau ist das sogenannte Boxspringbett aufgebaut?
Seinen Namen verdankt das Boxspringbett seinem Fundament: Einer Box, die mit Sprungfedern gefüllt ist. Dieser gefederte Unterbau übernimmt die Aufgabe, die sonst der Lattenrost hat.
Auf der Box liegt eine Obermatratze, darauf meist ein Topper als dünne Auflage. Erst das Zusammenspiel der drei Schichten bestimmt, wie ein Boxspringbett den Körper trägt.
Auffällig ist die Höhe. Die Betten im Test maßen zwischen 56 und 69 Zentimeter und lagen damit deutlich über klassischen Gestellen. Hinlegen und Aufstehen fallen so deutlich leichter.
Der mehrteilige Aufbau hat einen weiteren Vorteil: Die Obermatratze lässt sich separat austauschen. Viele Modelle gibt es zudem mit Duo-Härtegrad. Paare mit unterschiedlichem Gewicht finden so auf einem Boxspringbett beide die passende Liegehärte.
Stützt die Konstruktion des Boxspringbetts den Rücken?
Ob ein Bett den Rücken stützt, hängt weniger von der Bauart ab als von der Abstimmung auf den Körper. Leichte und schwere Menschen sinken unterschiedlich tief ein. Im Boxspringbett teilen sich Federbox, Obermatratze und Topper diese Arbeit.
Ist die Unterlage zu weich, entsteht ein Hängematteneffekt. Das Becken sackt ab, und die Wirbelsäule verliert ihre natürliche Form. Verspannungen können die Folge sein.
Einen Anhaltspunkt aus der Forschung liefert eine randomisierte Studie, die 2003 in der Fachzeitschrift The Lancet erschien. Menschen mit chronischen Kreuzschmerzen schnitten darin auf mittelfesten Matratzen besser ab als auf festen Matratzen.
Untersucht wurde die Matratze, nicht die Bauform. Übertragen auf das Boxspringbett spricht der Befund für eine mittelfeste Kombination aus Obermatratze und Topper.
Wie steht es um das Schlafklima im überaus beliebten Boxspringbett?
Wärme und Feuchtigkeit beeinflussen, wie erholsam eine Nacht ist. Unabhängige Messungen zum Schlafklima im Boxspringbett gibt es allerdings nicht. Auch die Kriterien der Prüfer klammern es aus.
Wie gut ein Bett Feuchtigkeit abgibt, hängt vor allem von Topper und Bezug ab. Wer nachts leicht schwitzt, achtet am besten auf atmungsaktive Materialien.
Gerade bei einer Hausstauballergie hilft zudem ein abnehmbarer, waschbarer Bezug. Ob sich das Klima angenehm anfühlt, zeigt sich allerdings erst über mehrere Nächte.
Boxspringbett oder Lattenrost: Worauf kommt es beim Liegen wirklich an?
Beide Systeme arbeiten mit zwei Ebenen. Beim klassischen Bett tragen Lattenrost und Matratze den Körper, beim Boxspringbett sind es die Federbox und die Obermatratze.
Einen gesundheitlichen Vorsprung einer Bauweise belegt die Forschung nicht. Entscheidend ist in beiden Fällen, wie gut die Unterfederung, die Matratze und der Körper zusammenpassen.
Das zeigen auch die Prüfergebnisse: Die Qualität unterscheidet sich von Modell zu Modell überaus deutlich. Der Testsieger überzeugte mit überwiegend guten Liegeeigenschaften für viele Körpertypen und hielt besonders lange.
Am Preis allein lässt sich gutes Liegen deshalb also nicht ablesen. Mehr verrät dagegen schon, wie gut ein Boxspringbett in Rücken- und Seitenlage stützt.
Wie gut ist das Boxspringbett für gesunden Schlaf geeignet?
Ein Boxspringbett kann gesunden Schlaf gut unterstützen, wenn das einzelne Modell zum Körper passt. Die Bauform allein macht ein Bett jedoch weder gesund noch ungesund.
Im Alltag spricht zudem die hohe Liegefläche für das Boxspringbett. Das Aufstehen fällt somit leichter. Beim Kauf helfen dann drei wichtige Punkte:
Ein Probeliegen: Im Fachhandel lassen sich mehrere Modelle in Rücken- und Seitenlage direkt vergleichen.
Der Härtegrad: Die Festigkeit sollte zum Körpergewicht und zur Schlafposition passen, mittelfest ist für viele Menschen ein guter Ausgangspunkt.
Die Schadstoffprüfung: Ein dokumentierter Prüfbericht zu den jeweils verwendeten Materialien gibt zusätzliche Sicherheit.
Für die Wissenschaft zählt beim Boxspringbett am Ende also nicht die Bauform, sondern die Passung zwischen Bett und Mensch.





