Einen sehr massereichen Weißen Zwergstern hat ein internationales Astronomenteam mit dem europäischen Röntgensatelliten XMM-Newton aufgespürt. Der Satellit hatte wiederholt den 1996 entdeckten Röntgendoppelstern RX J0648.0–4418 ins Visier genommen, dessen Helligkeit alle 13,2 Sekunden regelmäßig schwankt. Wie sich zeigte, besteht das 1900 Lichtjahre ferne System aus einem Weißen Zwerg, der Materie von dem Nachbarstern HD 49798 ansaugt und sich alle 13,2 Sekunde um seine Achse dreht – ein Rekord im bekannten Sternenreich.
Francesco Mereghetti und seine Kollegen vom Forschungsinstitut INAF-IASF in Mailand gelang es auch, die Masse des Zwergsterns zu bestimmen: Mit knapp 1,3 Sonnenmassen beträgt sie das Doppelte eines gewöhnlichen Weißen Zwergs und macht den Himmelskörper zu einem der gewichtigsten seiner Klasse. Doch wenn er weiter so gierig Materie von seinem Nachbarn abzieht, wird er das teuer bezahlen müssen: Ab 1,4 Sonnenmassen kollabiert der Kern Weißer Zwerge nämlich zum Neutronenstern und ihre Hülle explodiert. Solche Supernovae vom Typ Ia sind relativ häufig und für astronomische Entfernungsbestimmungen von großer Bedeutung.




