Die Bedeutung Die Zoologie ist ein Teilgebiet der Biologie; sie befaßt sich mit allen Fragen des tierischen Lebens. In den benutzten Datenbanken SCI und SSCI sind Ornithologie, Verhaltensforschung, Ökologie, landwirtschaftliche Tierhaltung sowie Veterinärwissenschaften als eigene Bereiche erfaßt, weshalb sie unter dem Begriff der Zoologie nur am Rande berücksichtigt sind. Die Zoologie verknüpft Grundlagenforschung und angewandte Forschung eng miteinander. Denn ein verbessertes Wissen über die Tierwelt hat oft unmittelbaren Einfluß auf angewandte Felder wie Tierzucht, Schädlingsbekämpfung oder Naturschutz. Viele Erkenntnisse, etwa zur Evolution tierischen Lebens, tragen gleichzeitig zu einem verbesserten Verständnis der menschlichen Existenz bei.
Die Zahl der Veröffentlichungen der letzten Dekade Die Zahl der Publikationen in der Zoologie ist zwischen 1988 und 1997 rückläufig. In der jüngsten Zeit zeichnet sich allerdings eine Trendwende ab. Was den massiven Anstieg der Veröffentlichungen im Jahr 1998 verursacht hat, war im Rahmen der Datenbankrecherchen für diesen Wissenschafts-Index nicht zu ermitteln.
Deutschland im internationalen Vergleich (1) Die Zahl der deutschen Publikationen in renommierten Fachzeitschriften war 1993 – international betrachtet – eher bescheiden, hat sich aber aktuell mit 523 Publikationen auf einen guten Mittelplatz verbessert. Gemessen an der absoluten Zahl der Veröffentlichungen stammen die meisten Beiträge erwartungsgemäß aus den fünf großen Wissenschaftsländern USA, Japan, Deutschland, Frankreich und Großbritannien. Stark sind auch Kanada und Australien.
Deutschland im internationalen Vergleich (2) Werden die Publikationen auf die Einwohnerzahl bezogen, ergeben sich völlig neue Verhältnisse. Auf den Spitzenplätzen liegen danach Norwegen und Neuseeland. Die im absoluten Vergleich überragenden USA rutschen auf einen Mittelplatz ab und sind etwa gleich stark wie die Niederlande. Bei dieser Art der Betrachtung zeigt sich, daß auch manche kleineren Länder erhebliche Mittel in die Wissenschaft investieren.
Die Besonderheit Das Deutsche Primatenzentrum (DPZ) in Göttingen beschäftigt sich mit der Fortpflanzung von Primaten und setzt sich für den Erhalt bedrohter Arten ein. In einem anderen Schwerpunkt befassen sich die Wissenschaftler mit der akustischen Kommunikation der Tiere. Aufgrund der engen Verwandtschaft von Primaten und Menschen spielt auch die medizinische Forschung eine zentrale Rolle. So gehört das DPZ zu den führenden deutschen Einrichtungen in der Aids-Forschung. Durch die Tierhaltung verfügt das DPZ über gute veterinärmedizinische Kenntnisse. Dies schlägt sich in der Beratung zoologische Gärten nieder. Durch die Tierversuche ist das Zentrum immer wieder der Kritik von Tierversuchsgegnern ausgesetzt.
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Ulrich Schmoch / Angela Hullmann / Wolfgang Hess




