Zellforschung in der Kritik
Wissenschaftler des Fraunhofer- Instituts für Systemtechnik und Innovationsforschung ISI haben in einer ersten internationalen Studie vor übertriebenen Hoffnungen auf die so genannte zelluläre Xenotransplantation gewarnt. Dabei werden Krankheiten mit dem Zellmaterial von Tieren behandelt. Viele Mediziner halten das Verfahren für vielversprechend, bei 300 Menschen weltweit kam es schon zum Einsatz. Klinische Erfahrungen gibt es vor allem bei Diabetes, Leberversagen und Schädigungen des zentralen Nervensystems. Ziel der Forscher ist es, mit verkapselten zellulären Xenotransplantaten die sonst üblichen schweren Abstoßungsreaktionen im Körper zu vermeiden und die Funktionsfähigkeit der Transplantate zu verbessern. Dagegen sagen die Fraunhofer- Experten, dass die zelluläre Xenotransplantation die hochgesteckten Erwartungen in absehbarer Zeit nicht erfüllen kann. Sie sei wissenschaftlich nicht ausreichend untersucht und noch nicht ausgereift. So fehle bisher der Nachweis, dass die Verkapselung der Xenotransplantate überhaupt die gewünschten Effekte bringe. Zudem verhindere die Verkapselung bei einigen Krankheiten die gewünschte therapeutische Wirkung. Angesichts der vielen ungelösten Probleme empfiehlt die Fraunhofer-Studie die Suche nach Alternativen zur Xenotransplantation.
Hans Groth




