Amerikanische Forscher haben ein fast nacktes Schaf gezüchtet, das gegen Parasiten resistent und sehr wohlschmeckend sein soll. Da das so genannte Haar-Schaf nicht geschoren werden muss, ist das Tier außerdem kostengünstig in der Haltung und Fleischproduktion. Für die Neuzucht kreuzte ein Team von Genetikern um Kreg Leymaster vom US Agricultural Research Service in Clay Center im US-Bundesstaat Nebraska zwei Schafrassen: das muskulöse, wolllose Dorper und das gegen Parasiten unempfindliche Katahdin. Heraus kam das Haar-Schaf, das im Gegensatz zu herkömmlichen Schafen keinen gekräuselten Wollmantel besitzt, sondern glatte, harte Fasern. Diese fallen in regelmäßigen Abständen aus – ähnlich wie bei einem Tier, das seinen Winterpelz verliert. Leymaster betont: „Ein weiterer Vorteil unserer Züchtung ist der Geschmack. Viele Menschen mögen das strenge Hammel- oder Lammaroma nicht. Das Haar-Schaf dagegen schmeckt relativ neutral.” Die Wissenschaftler hoffen jetzt, dass die amerikanischen Schafzüchter rasch auf die neue Kreuzung umsteigen werden.
Hans Groth




