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Wissenschaftsikone und Förderin

Die Wissenschaftsredakteurin Dava Sobel erzählt die bekannte Lebensgeschichte der zweifachen Nobelpreisträgerin Marie Curie neu, indem sie sie mit den Biografien jener Forscherinnen verknüpft, die zeitweise in Curies Labor arbeiteten. Dieser vielstimmige Ansatz erweitert den Blick auf eine Epoche, in der Frauen in der Wissenschaft meist unsichtbar waren.
Autor
Sabine Delorme
01. März 2026
Lesezeit
1 Minute
Rubrik
Allgemein
Cover Die Elemente der Marie Curie von Dava Sobel

Dass Marie Curie dabei etwas distanziert wirkt, liegt vor allem an der Quellenlage: Curie ließ in ihren Tagebüchern nur selten persönliche Einblicke zu, und Sobel wahrt konsequent die Grenze zwischen dokumentierter Tatsache und möglicher Interpretation.

Stilistisch bewegt sie sich zwischen wissenschaftshistorischer Darstellung und biografischer Erzählung. Die Sprache bleibt sachlich, gelegentlich trocken, jedoch von einer feinen, unaufdringlichen Bewunderung getragen. In jedem Kapitel stehen eine Forscherin und ein chemisches Element im Vordergrund. Dieser originelle Aufbau macht die Verbindung zwischen Leben und Labor sichtbar.

Das Ergebnis ist weniger eine klassische Biografie als eine präzise recherchierte Kollektivgeschichte weiblicher Forschung zu Beginn der Moderne. Wissenschaftliche Zusammenhänge werden klar erläutert, die historischen Kontexte sorgfältig gesetzt. Die emotionale Tiefe bleibt naturgemäß begrenzt – nicht aus Mangel an Empathie, sondern aus Respekt vor den Quellen und der schwer fassbaren Persönlichkeit Marie Curies. Sabine Delorme

Dava Sobel
Die Elemente der Marie Curie.
Wie Radium Frauen den Weg in die Wissenschaft leuchtete
Berlin Verlag, 384 S., € 26,–
ISBN 978-3-8270-1524-2

Marie Curie

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