Um was es geht
Stammzellen sind unausdifferenzierte Körperzellen. Sie haben also noch nicht eine Form, die sie für ihre Verwendung im Organismus spezialisiert – etwa als Haut-, Hirn- oder Leberzellen. Aus embryonalen Stammzellen können alle anderen Zellen entstehen. Adulte Stammzellen bilden sich nach dem embryonalen Stadium und können sich nicht mehr völlig frei entwickeln. Viele Wissenschaftler hoffen, dass schwere Erkrankungen durch den Einsatz von Stammzellen therapiert werden können.
Die Ausgangslage
Um die Stammzellforschung tobt eine Auseinandersetzung, die an einen Glaubenskrieg erinnert. Für die einen ist sie medizinisch der Königsweg zur Heilung bislang unheilbarer Krankheiten und der Eckstein, der die Forschungsfreundlichkeit eines Landes kennzeichnet. Für die anderen bedeutet sie eine Verletzung ethischer Grundsätze und den Einstieg in das Klonen von Menschen. An dieser Stelle soll nicht die Debatte „Für und wider embryonale Stammzellforschung” geführt werden (bild der wissenschaft 3/2003, „Macht erst mal eure Hausaufgaben”). Es geht vielmehr darum, welchen Anteil deutsche Forschungseinrichtungen an den weltweiten Publikationen zur Stammzellforschung haben und wer sich in Deutschland besonders hervortut.
Die Aktualität
Die Brisanz der Stammzellforschung offenbart sich bei den Publikationen: In den letzten zehn Jahren stieg die Zahl der Veröffentlichungen allein mit deutscher Beteiligung von etwa 200 auf fast 900. Zum Vergleich: Die Zahl aller naturwissenschaftlichen Veröffentlichungen nahm nur um ein Drittel zu.





