Einen Bluttest, der die Wirksamkeit von Antidepressiva vorhersagen kann, haben Forscher um André Tadic von der Universität Mainz und Helge Frieling von der Medizinischen Hochschule Hannover entwickelt. Bisher muss man mehrere Wochen abwarten, bevor man weiß, ob eine medikamentöse Therapie anspricht. Die Mediziner nahmen einen Gen-Abschnitt unter die Lupe, der verantwortlich ist für die Bildung eines Wachstums-Proteins: des Brain-Derived-Neurotrophic-Factors (BDNF). Denn depressive Menschen haben weniger BDNF im Blut als gesunde. Die Wissenschaftler stellten fest, dass die Konzentration des Proteins nach etwa einer Woche steigt, wenn das Antidepressivum hilft. Sie fanden auch heraus, was die Voraussetzung für die Wirksamkeit ist: An dem Gen-Abschnitt, der BDNF bildet, muss eine Methylgruppe sitzen. Bei Depressiven, die diese Methylierung nicht aufweisen, erhöhte sich der BDNF-Spiegel im Blut nicht und das Antidepressivum war wirkungslos.




