Das Interview mit Prof. Julian Savulescu enthält neben vielen breit akzeptablen Ansichten auch einige, die aus ethischen Gründen kontrovers diskutiert werden sollten. Akzeptabel sind alle medikamentösen und medizinisch-technischen Hilfsmittel, die Erkrankungen heilen oder lindern. Voraussetzung sollte allerdings stets ein Zulassungsprozess mit klinischen Versuchen sein.
Hilfsmittel, die Gesunde in ihrer Performance verbessern sollen, verwenden die Menschen seit Jahrhunderten – überwiegend mit negativen Folgen: Alkohol, Tabak, Cannabis, Heroin, Kokain und die modernen Designerdrogen. Von einer breiten und nachhaltigen Diskussion über diese Hilfsmittel erhoffe ich mir vor allem die gesellschaftliche Einsicht, dass wir auch langfristig der Natur nicht ins Handwerk pfuschen sollten.
Dr. Friedhelm Blume, per E-Mail
Begriffe wie Neuroenhancement, Bioenhancement oder Transhumanismus lösen bei den meisten Menschen Ängste aus, die in kollektiver Weise in unserer Gesellschaft tief verwurzelt sind.
Bereits vor Jahrhunderten wurde das nun Realität werdende Potenzial der technischen Möglichkeiten in der Literatur vorweggenommen. Beispiele wären Mary Shelleys „Frankenstein” oder E.T.A. Hoffmanns „Der Sandmann”. Ich befürworte diese allgemein gesprochen transhumanistischen Bestrebungen, wissend, dass es das größte Wagnis der Weltgeschichte mit offenem Ausgang wird. Nach meiner Überzeugung ist es die einzige realistische Möglichkeit, das Leid und Elend der Welt langfristig zu reduzieren.
Josef Wolferseder, per E-Mail
Ein philosophischer Irrweg mangels Kenntnis der Biologie, Anatomie und Physiologie des Menschen. Der Mensch lebt dann optimal gesund, ist am leistungsfähigsten und hat die gesündesten Kinder, wenn er die wichtigsten natürlichen Voraussetzungen dafür anwendet.
Dr. Johann Georg Schnitzer, per E-Mail
Der Geist ist doch schon längst aus der Flasche! So zu tun, als ob es noch eine Art Umkehr vom eingeschlagenen Weg des Einsatzes aller Möglichkeiten gibt, sich selbst zu verbessern, ist schlichtweg naiv. Jeder, der in den letzten 20 Jahren an einer Universität war, weiß, wovon ich rede. Die Gesellschaft wird sich meiner Meinung nach weiter spalten, in Optimierte und Nichtoptimierte!
Hilmar Kleinschrot, per E-Mail
Jeder Mensch sollte das Recht haben, sich selber zu optimieren, aber nicht die Pflicht. Denn „Pflicht” bedeutet externe Vorgaben, die sich der Kontrolle entziehen, auch was Richtung und Methoden anbelangt.
Kurt Arenhold, per E-Mail
Die Moral des Einzelnen wird durch Erziehung und Bildung, von Elternhaus und Gesellschaft geprägt. Moral durch Bioenhancement schaffen zu wollen, halte ich für aberwitzig.
Damit wird abweichendes Verhalten zu einer Art Krankheit, die durch ärztlichen Eingriff zu heilen ist. In fortschrittlichen Ländern haben wir es gerade erreicht, dass zum Beispiel Homosexualität nicht mehr als Krankheit angesehen wird. Die Vorschläge von Herrn Savulescu wären ein Rückfall in die Barbarei.
Dr. Herbert Diehl, per E-Mail
Phosphorkrise: Rettung aus dem Schlachthof
Heft 2/2015
Leider muss ich Sie auf zwei Fehler aufmerksam machen. Erstens: Es war nicht Herr von Liebig, der die Bedeutung des Phosphors für die Pflanzen entdeckte, sondern Carl Sprengel 1828. Liebig hat die Dinge nur gut in die Welt hinaus getragen.
Zweitens: Auch in Russland (auf der Halbinsel Kola und in Kingisepp) gibt es Rohphosphate, die auch exportiert werden, offenbar sogar nach Deutschland. Und Russland gehört immer noch zu Europa.
W. Römer, per E-Mail





