Die Landesstiftung Baden-Württemberg hat sich das Ziel gesetzt, exzellente Grundlagenforschung zu fördern. Was ist der Grund?
Aus unserer Sicht wird die Grundlagenforschung gegenüber der anwendungsorientierten Forschung vernachlässigt, sie ist aber für die Wirtschaft nicht minder wichtig. Wir fördern exzellente Grundlagenforscher – allerdings sollten ihre Arbeiten schon eine Anwendungsperspektive erkennen lassen.
Die Landesstiftung unterstützt derzeit in Baden-Württemberg 400 Forschungsprojekte mit insgesamt 142 Millionen Euro. Gibt es Förderschwerpunkte?
Ein Schwerpunkt sind die Lebenswissenschaften mit ihrem Blick auf die Gesundheit des Menschen. Weitere Schwerpunkte sind die Hochtechnologie, die Energie- und Umwelttechnik sowie Information und Kommunikation.
Zum Schwerpunkt Lebenswissenschaften zählt auch das Programm „RNA-Interferenz” mit 13 Forschungsgruppen. Nach welchen Gesichtspunkten wählen Sie die einzelnen Projekte aus?
Es gibt immer zuerst eine öffentliche Ausschreibung. Internationale Gutachter entscheiden dann über die Anträge. Das Antragsniveau ist sehr hoch. Unter diesen Spitzenforschern suchen wir nach den Besten des Landes.
Unterliegen auch Spitzenforscher einer Erfolgskontrolle?
Sie ist integraler Bestandteil unseres Konzepts. Die Forscher formulieren halbjährige Meilensteine, jährlich werden die Projekte von qualifizierten Vertretern der Landesstiftung besucht, nach vier- bis fünfjähriger Projektlaufzeit erfolgt eine Schlussbegutachtung. Im Falle des Programms „RNA-Interferenz” er-warten wir, dass die Arbeitsgruppen nach etwa drei Jahren erste Ergebnisse vorweisen können.




