Auch im Reich des Allerkleinsten kann eine Fata Morgana entstehen – ein geisterhaftes Bild, das an einem Ort erscheint, aber in Wirklichkeit woanders ist. Das haben Donald Eigler und seine Kollegen vom Almaden-Forschungszentrum der IBM im kalifornischen San Jose entdeckt. Es gelang ihnen, Elektronen in einen Pferch aus Kobalt-Atomen auf einer Kupferschicht zu sperren und darin hin und her zu reflektieren. Mit einem Rastertunnelmikroskop im Hochvakuum, gekühlt auf vier Grad über den absoluten Nullpunkt, konzentrierten sie dann elektrische Ladung auf einem Kobalt-Atom, das in einem Brennpunkt des elliptischen Pferchs plaziert war. Daraufhin entstand im anderen, unbesetzten Brennpunkt ein Geisterbild. Die Ergebnisse dieser Ladungsleitung könnte eines Tages in der Nanotechnologie Anwendung finden: von der Manipulation atomarer Magnete bis hin zu drahtloser Stromübertragung.
Rüdiger Vaas




