Nachdem er sich bereits einen Namen als Entdecker von Urmenschen-Fossilien gemacht hatte und Leiter der kenianischen Nationalmuseen war, wurde Richard Leakey 1989 zum Direktor der Naturschutzbehörde ernannt und beauftragt, den Kenia Wildlife Service aufzubauen. Seine erste spektakuläre Aktion: Er verbrannte gewilderte und konfiszierte Elefantenstoßzähne im Wert mehrerer hunderttausend Dollar, um den Markt für Elfenbein auszutrocknen. Nicht nur dadurch machte er sich viele Feinde in Kenia, das wie viele Staaten in Afrika unter Korruption und Vetternwirtschaft leidet. Damit in Zusammenhang steht vermutlich auch jener Flugzeugabsturz, dessen Ursache niemals aufgeklärt werden konnte und bei dem er beide Beine verlor.
Richard Leakeys Biografie jener ereignisreichen Jahre, aufgeschrieben von der Wissenschaftsjournalistin Virginia Morell nach Leakeys Aufzeichnungen, beschreibt seinen Kampf gegen die Wilderei in Kenia und für den Erhalt afrikanischer Wildparks und deren Tierbestände. Leakeys Botschaft ist einfach: Die Vernichtung natürlicher Lebensräume und die Ausrottung biologischer Arten bringt keinen Wohlstand. Er sieht die Rettung der Elefanten als Symbol: “Wenn wir andere Spezies schützen wollen, müssen wir Mittel und Wege finden, um für unsere eigene zu sorgen.”
Dr. Matthias Glaubrecht




