Als riesige Feuersbrünste vor zehn Jahren ein Drittel des Yellowstone-Nationalparks im US-Staat Wyoming verwüsteten, bezweifelten viele Experten, daß sich das Ökosystem schnell wieder erholen würde. Über 320000 Hektar Land brannten damals ab.
Inzwischen steht fest, daß die Pflanzenwelt das Jahrhundertfeuer ohne tiefgreifende Einbußen überstanden hat. “Die längerfristigen Folgen des Brandes sind gering”, faßte Michael Coughenour von der Colorado State University kürzlich das Ergebnis zahlreicher Studien zu den Auswirkungen der Naturkatastrophe zusammen. Überall wachsen nun junge Bäume und Sträucher. Nur die obersten zwei Zentimeter des Bodens waren verbrannt, doch die Samen lagen tiefer oder konnten die Hitze überstehen. Manche Pflanzen profitierten sogar von der reinigenden Kraft der Flammen. So sind Espen nach jahrzehntelangem Rückzug wieder auf dem Vormarsch.
Auch die Tiere kamen mit den veränderten ökologischen Bedingungen viel besser zurecht als erwartet. Die meisten Opfer forderte nicht das Feuer, sondern der harte Winter danach, der den Brand erst gelöscht hatte. Selbst der Großteil der Fische überlebte die Gewässerbelastung durch eingeschwemmte Asche.
Rüdiger Vaas




