Der Klimawandel ist eine der größten aktuellen Herausforderungen der Menschheit. Je nach Regierung rückt er allerdings auf der politischen Agenda einiger Länder in den Hintergrund. Umweltschutzorganisationen, Klimaaktivisten und politische Akteure versuchen deshalb auf verschiedene Weise, das Thema wieder stärker in den öffentlichen Fokus zu rücken. „Strukturelle Veränderungen sind wirklich notwendig, aber damit es dazu kommt, müssen die Menschen solche Veränderungen einfordern“, sagte Madalina Vlasceanu von der Stanford University. Wege dazu können beispielsweise Demonstrationen, Petitionen oder Briefe an Abgeordnete sein – also ein Engagement, das weit über individuelles klimafreundliches Verhalten hinausgeht.
Engagement auf kollektiver Ebene
Doch wie lassen sich Menschen zu solchen kollektiven Aktionen motivieren? Um diese Frage zu klären, hat Vlasceanu gemeinsam mit einem Team um Erstautorin Danielle Goldwert von der New York University eine repräsentative Stichprobe von mehr als 31.000 Menschen aus den USA befragt. Die Freiwilligen sahen zunächst Videos, Bilder, Texte oder interaktive Elemente, die sich einer von 17 psychologisch fundierten Interventionen zuordnen ließen. Anschließend sollten sie ihre Bereitschaft angeben, sich für mehr Klimaschutz einzusetzen.
Dabei konnten sich die Teilnehmenden zwischen drei Arten von Engagement entscheiden: Zum ersten konnten sie Maßnahmen wählen, die das öffentliche Bewusstsein fördern, etwa das Teilen von Videos, die Anmeldung zum Newsletter einer Klimaschutzorganisation oder die Teilnahme an einer Klimademo. Zum zweiten konnten sie sich für politische Aktionen entscheiden, etwa eine Petition unterzeichnen, einen Brief an einen Abgeordneten schreiben oder angeben, dass sie zukünftig klimafreundliche Politiker unterstützen wollen. Zum dritten konnten sie die Absicht angeben, sich auf finanzieller Ebene einzubringen, indem sie etwa an eine Klimaschutzorganisation spenden oder ihr Geld nicht mehr bei Banken anlegen, die in fossile Brennstoffe investieren.
Gesellschaftlicher und persönlicher Nutzen
Das Ergebnis: Besonders erfolgreich waren Interventionen, die Beispiele früherer Klimaschutzaktionen lieferten, die tatsächlich die öffentliche Politik beeinflusst haben. Dabei spielten mehrere Faktoren zusammen: „Menschen engagieren sich wirklich für kollektive Aktionen, wenn ihnen vermittelt wird, dass diese wichtig sind, dass sie Wirkung zeigen und strukturelle Veränderungen bewirken, während sie gleichzeitig auch ihnen persönlich zugutekommen“, erklärt Goldwert.
Als wichtige Motivationsfaktoren erwiesen sich beispielsweise die Aussicht, bei Klimaschutzaktionen eine gemeinschaftliche positive Energie zu spüren und womöglich neue Freunde zu finden. Die Kombination von Erfolgsgeschichten mit der Betonung sozialer und emotionaler Vorteile erhöhte die Bereitschaft, sich an Maßnahmen zur Steigerung des öffentlichen Bewusstseins zu beteiligen, um 30 Prozent und die Motivation zu politischen Maßnahmen um rund 14 Prozent.





