Printmedien gehen online
Kaum noch eine Zeitschrift schreibt schwarze Zahlen. Die rote Farbe überwiegt bei den Printmedien schon seit mehreren Jahren deutlich. Betroffen sind sogar prominente Klassiker wie die Bild oder Bravo. Einige Titel wie das Stadtmagazin „Prinz“ oder zahlreiche Games-Magazine haben ihre gedruckte Auflage sogar vollständig eingestellt. Dennoch reicht es durch die Entwicklungen im Rahmen der neuen Medien sowie der Digitalisierung längst nicht mehr aus, die Inhalte schlichtweg von Offline-Kanälen auf eine Online-Präsenz zu verlagern. Stattdessen konsumieren die Leser nicht mehr nur über andere Medien, sondern auch auf eine andere Art und Weise. Ihr Leseverhalten hat sich grundlegend verändert und somit müssen auch die Zeitungen, Magazine & Co ihre Inhalte entsprechend auf die neuen Gewohnheiten anpassen. Wer diese Entwicklung verschläft, muss vielleicht bald nicht nur offline, sondern auch online seine Pforten schließen.
Informationen müssen gefiltert werden
Wir leben in einer Wissensgesellschaft, in welcher Informationen einen großen Wert besitzen. Durch das World Wide Web sind diese Informationen mittlerweile jederzeit sowie für jedermann (mit Internetanschluss) und in riesiger Menge verfügbar. Genau diese riesige Menge stellt aber auch ein Problem dar. Gibt der Nutzer einen Suchbegriff bei Google ein, so erhält er tausende Ergebnisse oder sogar mehrere Millionen – viele davon mit ähnlichen oder sogar gleichen Inhalten. Er muss also erst einmal die Informationsflut filtern und sich aus dieser enormen Auswahl die gewünschte Quelle heraussuchen. Wissen ist plötzlich schneller und umfassender abrufbar als jemals zuvor. Die Inhalte müssen aber zugleich einfacher und möglichst personalisiert sein, damit der Leser eben auch auf der betreffenden Webseite bleibt und nicht direkt zum nächsten Medium „hüpft“. Menschen lesen also nicht unbedingt weniger als früher, aber dafür lieber kürzere Texte, wo ihnen Informationen auf einen Blick geboten werden und die ihren Bedarf nach Aktualität, Information sowie Personalisierung stillen. Klingt kompliziert? Ist es auch, weshalb viele Printmedien nach wie vor Probleme damit haben, sich (auch) im Online-Bereich durchzusetzen.
Das Lesen wird zum Erlebnis
Im Internet muss jeder Text zu einer eigenen kleinen Sensation werden, um sich von der Konkurrenz abzuheben. Die Titel müssen noch reißerischer, die Inhalte noch mehr auf den Punkt gebracht und die Informationen noch aktueller sein – ansonsten liegt die Aufmerksamkeitsspanne der Leser nur bei wenigen Sekunden, höchstens vielleicht zwei bis fünf Minuten. Denn das Internet ist aufregend: Videos, soziale Netzwerke oder brandaktuelle News via Twitter sorgen dafür, dass der Nutzer stets mit „Action“ versorgt ist. Informationen sollen nicht mehr nur Wissen vermitteln, sondern sie müssen sozusagen zur Sensation werden. Die Inhalte ehemaliger Printmedien müssen im World Wide Web also ein Erlebnis darstellen. Sie setzen dafür längst nicht mehr nur auf reine Texte, sondern auch auf Bilder, Videos, Snapchats, Instagram-Stories und viele weitere Medien. Das „Nutzungserlebnis“ rückt in den Vordergrund, die eigentliche Information derweil immer mehr in den Hintergrund.





