Vanillearoma ist ein beliebter Geschmacks- und Duftzusatz für Lebensmittel, Medikamente und Kosmetika. Das meiste Aroma stammt von Vanillepflanzen (Vanilla planifolia), die als domestizierte Kulturpflanzen kommerziell angebaut und meist manuell bestäubt werden. Diese tropischen Orchideen sind jedoch anfällig für Krankheiten sowie Trockenheit und Hitze – Stressfaktoren, die im Zuge des Klimawandels künftig häufiger auftreten werden. Abhilfe könnten hierbei wilde Vanillearten bieten, die eine größere genetische Vielfalt haben als die Nutzpflanzen. Durch gezielte Kreuzungen mit besonders widerstandsfähigen Wildvarianten könnten Landwirte ihre Vanillepflanzen klimaresistenter machen. „Wilde Vanillearten entwickeln sich weiter und erlangen Merkmale, die für die Verbesserung der Nutzpflanzen von Interesse sind, zum Beispiel Trockenheits- und Hitzetoleranz und Resistenz gegen Krankheitserreger“, erklärt Seniorautor Bart Muys von der Katholischen Universität in Löwen (KU Leuven.
Der Erhalt der wilden Vanillearten und ihres Genpools ist daher essenziell für die Landwirtschaft und Lebensmittelindustrie weltweit. Doch viele dieser Orchideenspezies stehen bereits auf der Roten Liste der bedrohten Arten. Wie stark wirkt sich die Erderwärmung konkret auf die wilden Pflanzen aus? Und wie auf die Insekten, die diese Vanillepflanzen bestäuben und so ihr Überleben und ihre Artenvielfalt sichern?

Düstere Prognose für wilde Vanillearten
Das haben nun Forschende um Muys und seine Kollegin Charlotte Watteyn untersucht. Dafür analysierten sie, wie der Klimawandel die Lebensräume elf verschiedener wilder Vanillearten und sieben ihrer bestäubenden Bienenarten (Gattungen Euglossa und Eulaema) verändert. In einem Modell ermittelten sie dann, wie stark sich diese Lebensräume künftig überlappen werden, vor allem in tropischen Ländern Amerikas wie Mexiko, Costa Rica und Kolumbien, wo diese Pflanzen (noch) häufig vorkommen. Dabei verglichen sie zwei Szenarien, die Klimaforscher für realistisch halten: Das Szenario SSP2.4-5 bedeutet mittelmäßigen Klimaschutz sowie eine etwas verringerte Erderwärmung bis zum Jahr 2050; dieser Verlauf macht in der Natur nur moderate Klimaanpassungen nötig. Im etwas pessimistischeren Szenario SSP3-7.0 gibt es weniger globale Zusammenarbeit bei der Eindämmung des Klimawandels und es werden weiterhin fossile Brennstoffe genutzt. Das erhöht die künftigen klimatischen Herausforderungen für Pflanzen und Tiere.






