Die zweite zentrale Botschaft des Buches ist für mich die frühkindliche Disposition von vielen später ausbrechenden massiven psychi schen Erkrankungen. „Dies bedeutetet”, so das Autorenteam, „dass negative Einflüsse während dieser Periode je nach Schweregrad später nur noch in geringem Umfang kompensiert werden können.”
An vielen Stellen setzen sich Roth und Strüber kritisch mit dem dualistischen Weltbild auseinander, das Geist/Seele und Naturgeschehen als zwei wesensverschiedene Prinzipien ansieht. Doch sie bauen immer wieder Brücken, etwa um einseitig geisteswissenschaftlich geprägte Psychoanalytiker zum wohlwollenden Nachdenken über die Erkenntnisse der Neurowissenschaftler zu animieren.
Allerdings hat mich die Zahl der Fachbegriffe strapaziert, die manchmal allein in einem einzigen Satz fallen. An solchen Stellen musste ich mich zwingen, weiterzulesen und nicht in den nächsten Abschnitt zu springen.




