Die meisten Betroffenen empfinden ihre Veranlagung nicht als seltsam, aber als etwas Besonderes. Viele erwachsene Hochsensible galten als sensibles oder schüchternes Kind – ein Prädikat, das einen negativen Beigeschmack hat. Denn hochsensible Kinder sind gehemmter als ihre Altersgenossen: Sie gehen nicht leicht auf unbekannte Menschen zu und scheuen neue Situationen. Sie reagieren abwartend und ängstlich, zum Beispiel beim Sport oder wenn sie ein neues Spielzeug ausprobieren. Bei Themen, die sie interessieren, sind sie hingegen überaus wissbegierig, stellen komplexe Fragen und können sich gut konzentrieren. Sie können sich außerdem gut alleine beschäftigen. Oft gelten hochsensible Kinder als Träumer oder Spätentwickler. Viele Hochsensible erleben einen sogenannten Gebirgsketteneffekt, wenn sie von ihrer Veranlagung erfahren – aus dem Gefühl heraus, schon immer anders gewesen zu sein, scheinen ihnen ganze Felsbrocken vom Herzen zu fallen. Mögliche Anzeichen für Hochsensibilität sind:
· Wenn man an anstrengenden Tagen ein starkes Rückzugsbedürfnis hat und sich am liebsten in sein Bett oder einen abgedunkelten Raum verkriechen möchte.
· Wenn man sich von intensiven Reizen schnell überwältigt fühlt (grelles Licht, starke Gerüche, ein kratziger Pullover, das Martinshorn eines Krankenwagens, einfahrende Züge am Bahnhof).
· Wenn man sehr empfänglich für die Stimmungen anderer Menschen ist.
· Wenn man sich in Beziehungen dem anderen stärker verbunden fühlt, als es umgekehrt der Fall ist.
· Wenn man sich von Kunst, Musik oder der Natur tief bewegt fühlt.
· Wenn man sehr viele Details und Feinheiten bemerkt, zum Beispiel beim Hören von Musik, Betrachten von Kunst oder auch beim Essen.
· Wenn man großen Wert auf seine Träume und die Trauminhalte legt.




