Für ihre Studie, veröffentlicht im ?American Naturalist?, hatten sich die Forscher den Sexualkonflikt von Samenkäfern vorgenommen, die in der Landwirtschaft als Schädlinge gelten. Die Genitalien der Männchen sind mit Stacheln bewehrt, sodass die Weibchen sie nicht einfach abschütteln können. Verletzungen beim Sex bleiben da nicht aus. In einer formelreichen Untersuchung haben die Evolutionsbiologen nun errechnet, dass unter bestimmten Umständen, etwa wenn der Weibchenmangel bereits groß ist, die Aggressionsspirale zum Aussterben der ganzen Art führen kann.
Die Natur hat aber auch Methoden gefunden, solche Irrwege der Evolution zu stoppen. ?Das einfachste Mittel?, schreiben die Autoren, ?ist, es kostspielig für den Ausbeuter (Männchen) zu machen, die Ressource (Weibchen) auszubeuten.? Kostspielig für die Männchen wird es zum Beispiel, wenn die Weibchen lernen, sich effektiv zu wehren. Kostspielig kann es aber auch sein, wenn die Konkurrenz unter den Männchen extrem hoch ist oder das Verfolgen der Weibchen zum Zweck der Kopulation so anstrengend oder so gefährlich wird, dass die Männchen selbst in Todesnot geraten. Auch die Zeit, die ihnen fehlt, ?anderen Funktionen nachzugehen?, ist für die Männchen nachteilig. Dominique Strauss-Kahn hätte jetzt Muße, über Derartiges nachzudenken.





