Mit seinem an Superman-Comics erinnernden Titel und Coverbild und mit dem irritierenden Untertitel „Ein Plädoyer für den Weltuntergang” wirkt das Buch von Florian Freistetter nicht gerade inhaltsschwer. Und das ist Absicht: Der österreichische Astronom und Wissenschaftsjournalist will einen breiten Leserkreis ansprechen und keine Schwellenangst vor der Wissenschaft aufkommen lassen. Der lockere Schreibstil passt dazu. Langweilig wird es nirgends. Gleichzeitig ist das aktuelle Bild vom Kosmos kompetent und korrekt beschrieben.
Freistetter lässt es richtig krachen. Oder genauer: Er lässt seine Leser dabei zuschauen. Denn überall im Universum ereignen sich heftige Kollisionen. Atome knallen auf Atome. Meteoriten stürzen auf Planeten. Planeten stoßen mit anderen Planeten zusammen – bei einer solchen Karambolage ist vermutlich auch unser Mond entstanden. Selbst ganze Sterne und Galaxien treffen sich bisweilen. Und womöglich – doch das ist Spekulation – kam es durch einen kosmischen Crash sogar zum Urknall: falls sich zwei durch eine fünfte Dimension getrennte Universen für einen Moment vereinigt haben.
Florian Freistetter beschreibt dies alles in einem kosmischen Rundumschlag sachkundig und keineswegs effekthascherisch. Dabei wird deutlich, dass es ohne kleinere und größere Kollisionen gar keine Erde, kein Leben und keine Menschen geben würde. Rüdiger Vaas
Florian Freistetter KRAWUMM! Ecowin, Salzburg 2012 214 S., € 22,90 ISBN 978–3–7110–0025–5




