Auf Seite 86 berichten Sie kurz über Jehovas Zeugen. Zu meinem Bedauern muss ich feststellen, dass Sie da sehr schlampig recherchiert haben. Zeugen Jehovas waren nie „ Weltuntergangspropheten”. Sie sprechen vielmehr über ein „ Weltgericht”, wobei die Erde bestehen bleibt.
Es ist richtig, dass noch bis zur zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts mit Jahreszahlen spekuliert wurde. Einem aufmerksamen und unvoreingenommenen Berichterstatter wäre sicher nicht entgangen, dass schon seit mehr als 50 Jahren keine Daten mehr verwendet werden.
Der Begriff „Endzeit” wurde nicht als lapidare Ausrede erfunden, um die Zeitspekulationen zu bemänteln, und hat auch nichts mit Weltuntergang zu tun. Dieser Begriff existiert seit 1914 und hat (ohne zeitliche Eingrenzung) noch heute seine Gültigkeit.
Beim letzten Satz – ich zitiere: „Wurde das Gemurre einmal zu laut, säuberten die Glaubenswächter die Reihen der Zweifler” – hat der Autor es sich ebenfalls zu einfach gemacht. Verglichen mit den internen Tatsachen erscheint diese Äußerung als böswilliges Geschwätz.
Ingrid Müller, Reichshof
Das Spiegel-Geheimnis
!Beutelspacher Heft 2/2012
Gerne wird behauptet, dass ein Spiegel rechts und links vertauscht. Doch jeder kennt ein einfaches Beispiel aus dem Alltag, das dies widerlegt. Ein Blick in den Rückspiegel vom Auto oder Motorrad genügt. Wenn man im Rückspiegel sieht, dass ein Fahrzeug hinter einem nach rechts blinkt, dann wird es bestimmt auch nach rechts abbiegen! Die Seiten werden zum Glück nicht vertauscht.
Den Denkfehler macht unser Gehirn nur, wenn wir uns selbst im Spiegel sehen. Es interpretiert das Spiegelbild als jemanden, der uns von vorn entgegenkommt. Hier beginnt die Verwirrung. Das Fahrzeug hinter uns interpretieren wir nie als eines, das uns entgegenkommt. Der Spiegel vertauscht nur vorne und hinten: Wir blicken nach vorn und sehen das, was hinter uns liegt. So einfach ist das.
Bernd Heepmann, per E-Mail
Bioenergie – schwerer Rechenfehler
bdw-Nachrichten Heft 12/2011
Bereits die Überschrift „Bioenergie – Schwerer Rechenfehler” wirkt irreführend, und im Text werden die falschen Schlüsse gezogen. Offensichtlich wird davon ausgegangen, dass zugunsten der Erzeugung von Bioenergie grundsätzlich Regenwälder gerodet werden. Um aber aus Biomasse gasförmige oder flüssige Bioenergie zu erzeugen, ist es nicht zwangsläufig notwendig, CO2-Senken zu vernichten.
Fakt ist, dass aktuell von 18,7 Millionen Hektar Agrarfläche in Deutschland etwa zehn Prozent zur Erzeugung von Bioenergiepflanzen genutzt werden, die ansonsten zum Teil überhaupt nicht bewirtschaftet würden.
Wenn wir in Deutschland die Energiewende tatsächlich schaffen wollen, dann ist es notwendig, die Potenziale aller vorhandenen Energieträger auszuschöpfen. Dazu gehören volatile Energien wie die Wind- und Sonnenkraft, aber auch die Biomasse.
Die auf Kurzumtriebs- Plantagen wachsenden Pflanzen nehmen das Sonnenlicht nicht nur wie ein Photovoltaikmodul auf, sondern speichern darüber hinaus die Energie. So trägt die Energieerzeugung aus Biomasse auch dazu bei, die Stromnetze zu entlasten.
Jörg Schmidt, Allendorf
Schmerzfrei in der Höhle überleben
bdw-Nachrichten Heft 3/2012
Dieser Beitrag hat mich sehr frustriert und mir wieder einmal verdeutlicht, was zum Zweck der Forschung unserer Tierwelt angetan wird und offensichtlich angetan werden darf. Mich würde interessieren, wie man auf die Idee kommt, einem Nagetier auf verschiedene Arten Schmerzen zuzufügen, um dessen Verhalten zu untersuchen.
Säure, Hitze und Druck? Um das Hitzeempfinden zu untersuchen, wurden die Tiere hoffentlich nicht angezündet. Wie man Druckschmerzen bei kleinen Nagern auslöst, möchte ich lieber erst gar nicht wissen. Der Einsatz von Säure bedarf keines Kommentars. Wie wird denn festgestellt, wann und ob Schmerzempfinden einsetzt? Sagen, wenn es wehtut, können die Nager vermutlich nicht.
Ich kann nur hoffen, dass diese offensichtliche Tierquälerei im Namen der Wissenschaft einen Nutzen für Mensch und Natur mit sich bringt. Die verantwortlichen Forscher scheinen diese Untersuchungen mit ihrem Gewissen vereinbaren zu können.
Marko Kavcic, per E-Mail
Angestaubt? Von wegen! Gegen den Strich
Beides in Heft 2/2012
Seit Jahren bin ich begeisterte Leserin ihrer Zeitschrift. Jetzt sind mir jedoch zwei Dinge aufgestoßen. Zum einen beinhaltet der Artikel „Angestaubt? Von wegen!” einen kleinen, aber entscheidenden Fehler: Influenza-Viren wie das H1N1-Virus, das die Spanische Grippe ausgelöst hat, beinhalten ein RNA-Genom und keine DNA. (Anmerkung der Redaktion: Die Leserin hat recht. Wir bitten um Entschuldigung!)
Zum anderen finde ich die zitierte Studie in dem Kurzbericht „ Gegen den Strich” (auf Seite 7 in den bdw-Nachrichten, Anmerkung der Redaktion) von der Pädagogischen Hochschule Schwäbisch Gmünd etwas dürftig, was den Umfang der Studie von Frau Wolfram angeht. Gerade einmal 100 Fragebögen an einer kleinen Hochschule in einem kleinen Ort zu verteilen, von denen vermutlich nicht einmal alle zurückgegeben wurden und auswertbar waren, halte ich für deutlich zu wenig für eine derart eindeutige Aussage.
Ich frage mich, wie das an anderen Hochschulen aussieht, in Großstädten wie beispielsweise Berlin: Sind dort auch keine Studentinnen zu finden, die das Geld für ihr Studium im Horizontalgewerbe verdienen?
Ich bezweifle außerdem, dass es sich bei der „anschaffenden Studentin” tatsächlich um eine „reine Erfindung” handelt, da eine solch geringe Anzahl an Frauen befragt worden ist. Für mich sind die Aussagen der Boulevardpresse mit dieser kleinen Studie nicht widerlegt.
Kati Schröder, per E- Mail




