Viele Bücher über das Gehirn werben mit Unterhaltsamkeit und liefern dann doch wieder schwere Kost. Oder sie verlieren sich in endlosen Beschreibungen seltener Hirndefekte, um bestimmte Funktionsweisen deutlich zu machen. Beiden Trends entgeht dieses Buch geschickt. Die Autoren unterhalten den Leser mit originellen und überraschenden Einsichten und greifen dabei auf aktuelle Forschungsergebnisse zurück. Einziges Manko: Die Quellennachweise sind nicht im Buch gelistet, sondern nur auf der Internet-Seite der Autoren zu finden.
Zunächst erklären Aamodt und Wang die Arbeit des Gehirns anhand von Alltagsphänomenen, etwa wie das Gehirn Sinnesreize verarbeitet, auf Kaffee und Alkohol anspricht oder Glücksgefühle erzeugt. Praktische Tipps verraten dabei, wie man die Arbeitsweise des Gehirns zum Beispiel fürs Abspecken nutzen kann. So sollte man eine Blitzdiät auf jeden Fall vermeiden, denn die wird vom Gehirn mit sofortiger Gewichtszunahme torpediert. Man lernt, warum klassische Musik kein Baby klüger macht und warum das Kind später besser selbst musizieren sollte. Der Leser erfährt, wie er sein Gehirn bei einem Jetlag austricksen kann und warum Handytelefonierer bei lauten Hintergrundgeräuschen lieber das Mundstück abdecken sollten, statt sich das freie Ohr zuzuhalten.
Ein Buch, das auf unterhaltsame Weise ein ganzes Stück klüger macht.
Eva Tenzer




