Die Bedrohung durch das gefährliche Grippevirus H2N2, das versehentlich aus den USA an 3747 Labors in aller Welt verschickt wurde, ist noch nicht gebannt. Das meint der Leiter des Influenza-Programms der Weltgesundheitsorganisation WHO, Klaus Stöhr. Zwar hätten alle betroffenen Forschungseinrichtungen die Proben inzwischen zerstört, zahlreiche andere Labors bewahrten den Erreger jedoch noch auf. Bis vor kurzem sei es sogar möglich gewesen, H2N2 für wissenschaftliche Untersuchungen über das Internet zu bestellen. Stöhr fordert deshalb eine weltweite Bestandsaufnahme und schärfere Sicherheitsmaßnahmen. Außerdem müsse überlegt werden, die Viren wegen des möglichen Missbrauchs als Biowaffen auf den Index zu setzen. H2N2 hatte Ende der Fünfzigerjahre zum Ausbruch der Asiatischen Grippe geführt, an der rund zwei Millionen Menschen starben. Ab 1968 verschwand das Virus. Daher haben Menschen, die später geboren sind, keine oder kaum Abwehrkräfte dagegen. Derzeitige Impfstoffe wirken nicht. Daher herrschte unter Ärzten große Besorgnis, als bekannt wurde, dass die medizinische Fachgesellschaft College of American Pathologists (CAP) diesen Erreger zwischen Oktober 2004 und Februar 2005 irrtümlich an Tausende Labors verschickt hatte, um deren Effizienz stichprobenmäßig zu überprüfen.




