Darwin stirbt 1882, Marx ein Jahr später. Während Charles Darwin trotz seiner “atheistischen” Theorie ein Staatsbegräbnis in der Westminster Abbey bekommt, wird der verarmte Karl Marx auf dem Londoner Friedhof Highgate beigesetzt. Friedrich Engels hält die anrührende Grabrede. Bis zum Schluss hat er den bewunderten Freund nach allen Kräften unterstützt, auch finanziell.
Marx wird in dem Buch keineswegs verklärt. Man erfährt, dass er mit seinem Hausmädchen ein uneheliches Kind hatte, das sie auf Marx’ Wunsch versteckte und dessen Unterhalt Engels bezahlte. Und Charles Darwin offenbart sich als recht wehleidiger und ängstlicher Mensch, der sich kaum aus dem Haus traut und in schlaflosen Nächten Regenwürmer in aufgestellten Wedgewoodschüsseln erforscht.
Wer das Buch am Ende zuklappt, hat das Gefühl, die beiden großen alten Herren wirklich kennengelernt zu haben – als Denker und als Menschen.
UND MARX STAND STILL IN DARWINS GARTEN
Ullstein, München 2017
269 S.,€ 20,–
ISBN 978–3–550–08189–7
E-Book für € 15,95
ISBN 978–395–71309–0




