Klaus statt Heinz: Wie kann es passieren, dass man den Vornamen verwechselt? Im täglichen Umgang mit einem Kollegen wird das nicht geschehen, es sei denn, man hat Schwierigkeiten mit seinem Denkapparat. Bei einer flüchtigen Bekanntschaft kommt es schon mal vor, dass man den Namen nicht richtig zuordnet. Man sagt „sorry” – und Schwamm drüber. Doch wie kann es sein, dass der Vorname eines Oberbürgermeisters bei seinem Statement in einem Premiummagazin wie bild der wissenschaft falsch abgedruckt wird? Genau dies ist uns passiert, schlimmer noch: Es ist mir passiert – in unserem bild-der-wissenschaft-plus „Hand in Hand an die Weltspitze: KIT – eine neuartige Institution in der deutschen Wissenschaft”, das der Februarausgabe beilag. Karlsruhes Oberbürgermeister Heinz Fenrich war der Leidtragende. Dabei hatte ich sowohl Text als auch Familiennamen des Rathaus-Chefs mehrfach überprüft. Und merkwürdig: Als ich das druckfrische Sonderheft in Händen hielt, fiel mein erster Blick auf dieses Statement, und ich kontrollierte sofort die Namenswiedergabe: Klaus statt Heinz – falsch! Natürlich habe ich mich bei Herrn Fenrich entschuldigt.
bild der wissenschaft ist nicht fehlerfrei, wie dieses Beispiel und andere Fälle belegen. Doch eines ist gewiss: Unsere Redaktion gibt sich größte Mühe, den Lesern ein ordentliches Heft abzuliefern. Alle Texte werden mehrfach gelesen, überarbeitet, nachgebessert. Eine Institution ist hierbei meine Kollegin Dr. Uta Altmann, Geophysikerin und seit vielen Jahren Textchefin dieser Zeitschrift. Sie bemerkt nicht nur auf Anhieb Schreibfehler, sondern sie hat auch inhaltliche Widersprüche im Blick, löst sie auf und hat – was ich bewundere – nahezu immer die bessere, weil flüssigere Formulierung für einen umständlichen Satz parat. Weil sie das alles so souverän meistert, baue ich bei meinen Texten dann auch schon einmal auf ihre Hilfestellung beim flotten Formulieren einer kniffligen Passage. Mehr noch: Aufgrund ihrer langjährigen Erfahrung kennt Uta Altmann die Wesenszüge der Kollegen sowie vieler Fremdautoren. Ihr psychologisches Gespür lehrt sie, wer an welchen Stellen seines Textes über Inhalte hinwegzugehen droht. Sie schlägt in solchen Fällen nach oder macht sich per Internet kundig, wie sich Sachverhalte anderswo darstellen, verbessert oder gibt den Text zum Überarbeiten an den Autor zurück.
Das angesprochene Sonderheft über das KIT hat Kollegin Altmann übrigens nicht schlussredakteurlich betreut. Ich bin mir sicher: Sie hätte den Namen des Karlsruher OB gegoogelt und mich so vor meinem Fehler bewahrt.




