Powell erzählt viele solche Geschichten. Er begibt sich auf Fantasiereise in prähistorische Höhlen, um die Ursprünge von Rhythmen zu erläutern. Und er nimmt den Leser mit zu Pythagoras, der als Erster versucht hat, ein Tonleitersystem zu entwickeln. Dann wechselt er in die Neuzeit und geht auf die speziellen Harmonien ein, mit denen die Beatles Musikgeschichte geschrieben haben.
Der Physiker und Musikwissenschaftler John Powell befasst sich mit allem, was Musik ausmacht: wie Schallwellen zusammenwirken oder wie man Instrumente stimmt. Er räumt dabei mit einigen Mythen auf etwa, dass es für Musik eine spezielle Begabung gibt.
Das Buch ist mit einer gehörigen Portion britischem Humor gewürzt. Schwierige physikalische Details sind laientauglich mit vielen Zeichnungen erklärt. Auch der kundige Leser erfährt Neues, zum Beispiel, dass E-Dur keineswegs immer heiter und beschwingt ist im Vergleich zur gerne als romantisch und ernst bezichtigten Es-Dur-Tonart.
Einziges Manko: Der Untertitel Alles über Harmonien, Rhythmus und das Geheimnis
einer guten Melodie verspricht zu viel. Was eine gute Melodie ist, bleibt auch nach der Lektüre im Halbdunkeln.
Kathrin Burger




