Eine auf den ersten Blick zynische Studie haben US-Wissenschaftler der Iowa State University in Ames vorgestellt. Die Soziologen um Matt DeLisi berechneten, welche Kosten der amerikanischen Gesellschaft durch verschiedene Verbrechen entstehen. Am teuersten ist danach mit 17,25 Millionen Dollar ein Mord, gefolgt von einer Vergewaltigung (448 532 Dollar) und einem Raubüberfall (335 733 Dollar).
Wie kommen diese Zahlen zustande? Die Forscher berücksichtigten mehrere Faktoren: den Schaden, den das Opfer davonträgt, den Aufwand für das Strafrechtssystem sowie den Produktivitätsverlust des Opfers und des Täters. DeLisi rechtfertigt seine Studie: „Natürlich kostet ein Mord vor allem ein Menschenleben. Aber unsere Berechnungen unterstreichen, wie wichtig es ist, in gute Präventionsarbeit zu investieren, um Verbrechen zu verhindern.” Prävention lohne sich auch, wenn sie sehr teuer sei. Doch bislang wird in den USA nur wenig Geld für solche Maßnahmen ausgegeben.
Auf Skepsis stoßen diese Zahlen jedoch bei Experten wie dem Kriminologen Martin Kilias von der Universität Zürich. Er gibt zu bedenken: „Dass die Gesamtkosten sehr hoch sind, steht zwar außer Zweifel. Der genaue Betrag ist jedoch unbekannt. Denn allein, was ein Hafttag kostet, weiß doch niemand. Genau genommen müsste man ja bei der Berechnung mit den Baukosten für das Gefängnis beginnen.”





