
Das Verdienst des amerikanischen Neurowissenschaftlers David Eagleman ist es, diese Entfremdung zu überwinden. Sehr lebendig erzählt er davon, wie das Gehirn die Welt gestaltet, in der wir leben – wie es gewissermaßen den Menschen hervorbringt, der es mit sich herumträgt: Wie treffen wir Entscheidungen? Wie entsteht Empathie zwischen einem Gehirn und einem anderen? Nehmen wir die Welt so wahr, wie sie “wirklich” ist?
Eagleman ist keineswegs der Erste, der über diese Fragen schreibt. Aber es gelingt ihm auf außergewöhnlich anschauliche Weise. Wenn er etwa die Entstehung von Vorurteilen schildert, dann erklärt er die hirnphysiologischen Vorgänge dahinter, er schildert die einschlägigen psychologischen Experimente, und er lotet die sozialen und politischen Implikationen aus, sodass die Zusammenhänge deutlich werden. Wer Eaglemans Buch gelesen hat, weiß, was in seinem eigenen Kopf so alles geschieht.




