Veranlagung oder Prägung?
Aber auch dabei könnte die genetische Veranlagung eines jeden Menschen eine Rolle spielen. Forschungsergebnisse der letzten Jahre haben bei erstaunlich vielen menschlichen Eigenschaften genetische Grundlagen aufgedeckt – von Begabungen über Vorlieben bis hin zu Interessen. Studien an eineiigen Zwillingen können entsprechende Hinweise liefern, denn sie besitzen gleiches Erbgut. Wenn es Unterschiede gibt, müssen sie demnach durch Erfahrungen oder Lebensumstände geprägt sein. Vor diesem Hintergrund führten Germine und ihre Kollegen ihre Tests gezielt mit Zwillingen durch: Sie präsentierten 200 Testgesichter einer Gruppe von 547 Paaren eineiiger Zwillinge und zur Kontrolle 214 Paaren von gleichgeschlechtlichen zweieiigen Zwillingen – also genetisch unterschiedlichen Menschen, die aber ein ähnliches Lebensumfeld besitzen.
Die Vergabe der Schönheitspunkte belegte: Der Geschmack bezüglich Gesichtern ist offenbar nicht genetisch geprägt – eineiige Zwillinge sind sich ebenso uneinig über die Schönheit wie zweieiige. Die Forscher schließen aus diesem Ergebnis, dass offenbar sehr individuelle Erfahrungen den bevorzugten Typ prägen oder Abneigungen hervorrufen. Das kann möglicherweise das Gesicht des ersten Partners sein, das Antlitz eines geliebten Filmschauspielers oder aber das ungeliebte Gesicht der hübschen, aber bösen Nachbarin.





