Alternative Anlagemöglichkeit
Schwindendes Vertrauenin klassische Währungen
Fürsprecher der Kryptowährungen prophezeien immer wieder, dass die heutigen Nationalwährungen und das Bargeld eines Tages ganz durch das digitale Geld ersetzt werden. Wer sich noch nie mit dem Thema beschäftigt hat, mag das für absurd halten. Tatsächlich gibt es aber in weiten Kreisen Kritik am herkömmlichen Geld. Dessen Wert als Zahlungsmittel ist nämlich einzig und allein vom Vertrauen in die Zentralbank und Regierung abhängig. Immer wieder zeigen Situationen wie die Hyperinflation in Zimbabwe, was passiert, wenn dieses Vertrauen verloren geht. Ist ein solcher Zustand erst einmal erreicht, gerät er zu einem Teufelskreis: Aufgrund der rasenden Entwertung des existierenden Geldes bringt die Regierung immer mehr neues Geld in Umlauf. Der massiven Erhöhung der Geldmenge steht aber keine Erhöhung der Wirtschaftsleistung gegenüber. Die Kaufkraft einer Währungseinheit fällt also immer weiter. Bei vielen Kryptowährungen ist die maximale Geldmenge von vornherein begrenzt, so dass diese Gefahr nicht besteht. Zudem wird Bitcoin dezentral verwaltet, so dass nicht das Vertrauen in einen einzigen Akteur erforderlich ist.
Zahlungsmittel
Ausgerechnet dieser Grund ist wohl mit Abstand der schwächste Faktor. Denn als Zahlungsmittel hat sich Bitcoin nur sehr begrenzt etablieren können. Die Zahl der Unternehmen in Deutschland, die Bitcoin akzeptieren, ist überschaubar. Klar, bei dem einen oder anderen Pizza-Lieferdienst lässt sich die Rechnung auf diese Weise begleichen. An der Supermarktkasse oder bei Media Markt hingegen: Fehlanzeige. Sogar online ist Bitcoin als Zahlungsmittel kaum mehr als ein Randphänomen. Amazon, Netflix, Google: Keiner der Internet-Giganten bietet diese Zahlungsmöglichkeit an. Dabei nehmen diese Konzerne doch eine technologische Vorreiterrolle ein. Facebook möchte sogar bald seine eigene digitale Währung einführen. Woran liegt die geringe Verbreitung von Bitcoin als Zahlungsmittel? Dafür dürften zwei Gründe entscheidend sein: Zum einen die hohen Kursschwankungen, die es nahezu unmöglich machen, genau zu kalkulieren. Und zum anderen die hohe Dauer von Transaktionen, die an der Kasse einfach zu lästig wäre. Als Währung wird sich Bitcoin im Alltag daher wohl nie durchsetzen.
09.12.2019





